Leuchtende Laternen und jede Menge Süßigkeiten
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Leuchtende Laternen und jede Menge Süßigkeiten
Zahlreiche Kinder an „Liichtmëssdag“ in der Gemeinde Lenningen unterwegs
Canach. Viele Bräuche und Traditionen haben ihren Ursprung in religiösen Feierlichkeiten und sind bis heute lebendig geblieben. Zu den bekanntesten zählt der „Liichtmëssdag“, der jedes Jahr am 2. Februar, dem Vorabend des Festes des heiligen Blasius, begangen wird. Für viele Kinder ist dieser Tag einer der Höhepunkte des Jahres. Mit ihren leuchtenden „Liichtebengelcher” und Gesang zogen zahlreiche Kinder von Haus zu Haus, um an diesem besonderen Brauch teilzunehmen. Während die Lampions früher aus einem einfachen Holzstab mit Kerze bestanden, sorgen heute aus Sicherheitsgründen elektrische Lichter für den hellen Schein in der winterlichen Dunkelheit. Der „Liichtmëssdag” gilt als Zeichen der Hoffnung und der Vorfreude auf den nahenden Frühling.
Nach Schulschluss machten sich die ersten kleinen Gruppen auf den Weg, meist gemeinsam mit Freunden aus der Nachbarschaft oder derselben Straße. Einige der jungen Teilnehmer:innen waren kaum größer als die beeindruckenden, liebevoll selbstgebastelten Laternen, die sie voller Stolz vor sich hertrugen. Begleitet von einigen Eltern klingelten sie an jeder Haustür und sangen ihre traditionellen Lieder. Beim Öffnen der Tür wurde man mit den Worten: „Maacht op, maacht op, mir komme liichten – t'ass keen dobäi deen eng wëll stiichten“ begrüßt. Wer könnte einer fröhlichen Schar singender Kinder mit leuchtenden Laternen schon widerstehen? Selbstverständlich durfte auch ein Abstecher ins Gemeindehaus nicht fehlen. Yves Entringer von der Rezeption zeigte sich erfreut über die große Beteiligung: „Es sind bereits viele Gruppen vorbeigekommen. Als Kind bin ich auch immer gerne „liichte gaang‘“, erzählte er. Natürlich war im Gemeindehaus und anderswo das bekannte Lied „Léiwer Härgottsblieschen” zu hören. Darin bitten die Kinder sinnbildlich um „Speck und Erbsen“ – früher waren es tatsächlich Lebensmittel, heute sind es meist Süßigkeiten. Am Ende des Parcours wird die gesammelte „Beute” gerecht unter allen aufgeteilt, sodass die Kinder ihre Früchte der Mühe stolz genießen können.
Der „Liichtmëssdag” – sein Name leitet sich von „Liichtmëss”, dem Lichtgottesdienst, ab – verbindet bis heute religiöse Bedeutung, Volksglauben und kindliche Freude. Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie lebendig Traditionen in der Gemeinde Lenningen noch sind.
Romain Welter via mywort