Biopionier Aender Schanck wird für sein Lebenswerk geehrt

„Ech hat déi grouss Chance dat ëmmer erëm gutt Mataarbechter/Innen mat gewuess sënn, sou dat déi och Verantwortung an den eenzelnen Betriber iwwerhuelen konnten“


Am 19. Juni wurde Aender Schanck, anlässlich des diesjährigen Nationalfeiertages, für seine Verdienste um die biologische Landwirtschaft von unserer Landwirtschaftsministerin Martine Hansen geehrt.


Aus der Vita von Aender Schanck:

„1978 kehrte ich auf den landwirtschaftlichen Betrieb meines Bruders Jos zurück, und wir begannen, den Hof biologisch-dynamisch zu bewirtschaften. Ende des Jahres 1980 war die Umstellung des Betriebs abgeschlossen. In dieser Zeit stellten weitere Landwirte in Luxemburg auf Biolandwirtschaft um.


Da es weder eine geeignete Zertifizierung noch eine gemeinsame Vermarktung ihrer Produkte gab, ergriff ich 1988 die Initiative, gemeinsam mit den Bauern den „Veräin fir biologesch-dynamesch Landwirtschaft demeter asbl.“ sowie die Genossenschaft BIOG in Luxemburg zu gründen. Kurz darauf gründeten wir gemeinsam mit den Landwirten, die nicht nach den Demeter-Richtlinien wirtschaften wollten, außerdem die Vereinigung für biologischen Landbau (Bio LABEL). Alle drei Organisationen wurden im Oktober 1988 ins Leben gerufen.


Da die BIOG-Genossenschaft unsere Produkte nicht wie geplant direkt an die Kundinnen und Kunden verkaufen konnte, eröffneten wir ein Jahr später, am 16. Oktober 1989, das erste Naturata-Geschäft im Rollingergrund.


Nach fünf Jahren Vorbereitung in Järna (Schweden) wurde 1997 in Colmar (Frankreich)Demeter International“ gegründet. Ich war als Vertreter unseres luxemburgischen Demeter-Vereins an der Gründung beteiligt und wirkte anschließend sieben Jahre lang im Vorstand der neuen Organisation mit. Danach engagierte ich mich bis 2020 im IBDC (International Biodynamic Council). Im Zuge einer breiteren Neuausrichtung erhielt Demeter International schließlich auch einen neuen Namen: BFDI (Biodynamic Federation Demeter International).


Im Jahr 2012 fusionierten die beiden Bio-Verbände – der „Demeter-Bond Lëtzebuerg - Veräin fir biologesch-dynamesch Landwirtschaft a.s.b.l.“ und bio-LABEL – Vereenegung fir biologesche Landbau Lëtzebuerg a.s.b.l.“– mit dem Ziel, gemeinsam stärker aufzutreten und den administrativen Aufwand zu verringern. Bis heute bin ich Mitglied des Verwaltungsrats und des Direktoriums der Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg a.s.b.l.“, die die Kollektivmarken „Bio LËTZEBUERG“ und „Demeter“ verwaltet und sich intensiv für die Öffentlichkeitsarbeit zugunsten des biologischen Landbaus engagiert.


Im Jahr 1998, also zehn Jahre nach der Gründung der BIOG, wurde immer deutlicher, dass die Räumlichkeiten für BIOG und Biogros zu klein geworden waren. Nach einer Umfrage unter Bio-Kundinnen und -Kunden sowie verschiedenen Unterstützern wurde die Oikopolis sàrl. gegründet, aus der später die Oikopolis-Gruppe hervorging.

Im Dokument Kurzchronik der OIKOPOLIS-Groupe Luxembourg1 sind die weiteren Etappen der Entwicklung unserer Unternehmen dargestellt.


Ich habe praktisch alle diese Einrichtungen mitinitiiert und hatte das große Glück, dass immer wieder engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgewachsen sind, die die Verantwortung in den einzelnen Betrieben übernehmen konnten.“


„Vielen herzlichen Dank, Aender und Jos, für euren außergewöhnlichen Einsatz für den Biolandbau in Luxemburg!“


[1] https://www.oikopolis.lu/volumes/files/OIKOPOLIS-Kurzchronik-112021.pdf

(Dani Noesen, Biovereenegung)