Von Butterblumen, Seerosen, ganz viel Leidenschaft und Gemeinschaft
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Eine leere Wand wurde zur Galerie: 44 Kunstwerke aus den vier Mal- und Zeichengruppen des Club Haus am Brill in Mamer erzählen von Blumen, Begegnungen und der Freude, gemeinsam etwas Bleibendes zu schaffen.
Wie alles begann
Am Anfang war da nur eine kahle Fläche im Treppenhaus. Und eine Idee von Kursleiterin Asun Parrilla, der Direktionsbeauftragten Carole Becker und Danièle Leyder vom Club-Team.
Sechs Monate später wurde das Ergebnis dieser Idee im Rahmen einer Vernissage enthüllt. Die Vision ist zu einem gemeinsamen Kunstprojekt herangewachsen: 44 kleinformatige Werke von 33 Künstler·innen schmücken nun den Aufgang des ehemaligen Schulgebäudes, in dem der Club zu Hause ist. Was zuvor eine triste Wand war, ist heute eine lebendige Galerie.
Sechs Monate voller Kreativität
Die Werke entstanden Woche für Woche in den Mal- und Zeichengruppen. Schritt für Schritt wuchsen die Bilder – wie Pflanzen bis zur vollen Blüte. Geleitet wurden die Ateliers von Asun. Mit viel Gespür für Kunst und für Menschen begleitete sie die Gruppen und bot den Raum, in dem die Teilnehmenden wachsen konnten wie ihre Werke.
Ob in Acryl, Bleistift, Pastell oder Aquarell – die Vielfalt an Techniken macht die neue Galerie erst richtig lebendig. An der Wand blühen nun Butterblumen, Seerosen, Tulpen und Veilchen; daneben wachsen Kakteen, leuchten Trauben oder Blätter scheinen sich in der Sonne zu bewegen. Jedes Werk erzählt seine eigene kleine Geschichte – und einige davon wurden während der Vernissage geteilt.
Geschichten hinter den Rahmen
Da ist zum Beispiel die Geschichte der Tulpe, die eigentlich schon am Verwelken war und den Kopf hängen ließ: „Trotzdem habe ich sie fotografiert und sie wurde zur Vorlage für mein Bild.“ Jetzt ist die Tulpe für immer festgehalten und wird nie vollständig verblühen.
Daneben zieht ein Maiskolben die Blicke auf sich, dessen Motiv bei einem Spaziergang entdeckt wurde: „Ich bin kein Blumenmensch, aber Pflanzen an sich faszinieren mich einfach“, hieß es dazu von der Künstlerin.
Gemeinsam entsteht etwas Besonderes
Die Bilder sind zart oder kräftig, farbenfroh oder zurückhaltend, laut oder leise. Jedes trägt eine eigene Handschrift.
Sie spiegeln die Club-Gemeinschaft wider: Frauen und Männer unterschiedlicher Generationen haben Seite an Seite gemalt. Unter den Kreativen finden sich Teilnehmende, die den Kursen von Asun seit vielen Jahren verbunden sind, ebenso wie neue Gesichter.
Natürlich gab es unterwegs auch Momente des Grübelns. „Wie zeichne ich das nur?“, mag sich mancher vor dem leeren Blatt gefragt haben. „Ich habe noch nie Wasser gemalt …“ oder „Ich komme aus dem Abstrakten, das Figurative fordert mich sehr heraus.“ Doch genau diese Herausforderungen gehören zum kreativen Prozess.
Dass aus einer ersten Idee ein bleibendes Gesamtkunstwerk entstanden ist, ist vielen helfenden Händen zu verdanken: Neben den Kunstschaffenden zog der pensionierte Buchbindermeister Fons Hirtz einen Teil der Werke auf Trägerplatten auf. Max Berens, Ingenieur des technischen Dienstes der Gemeinde, koordinierte anschließend gemeinsam mit einer Fachfirma die Anbringung der Bilder, die diese Galerie heute zum Leben erwecken.
So wurde aus vielen individuellen Beiträgen ein gemeinsames Werk – vielfältig und bunt.
Mehr als eine Ausstellung
Mit der Enthüllung der Bilder endet das Projekt nicht – es beginnt ein neuer Abschnitt. Die Werke begleiten von nun an die Besucher×innen des Hauses und schenken ihnen bei jedem Gang durch das Treppenhaus neue, inspirierende Blickwinkel.
Das verbindende Gefühl des Projekts fasst eine Stimme aus der Gruppe perfekt zusammen: „Dieses Mal war es ganz besonders. Eigentlich kennen wir uns aus den einzelnen Kursen gar nicht. Dank dieses Projekts haben wir uns heute alle getroffen.“
Genau das macht den Club Aktiv Plus Am Brill aus: Menschen zusammenbringen, Kreativität fördern und Momente schaffen, die bleiben.
Über die Club Aktiv Plus
Das Netzwerk der 23 Club Aktiv Plus in Luxemburg ist eine Initiative des Familienministeriums, umgesetzt in Zusammenarbeit mit 11 Trägern und 86 Gemeinden. Ziel ist es, aktives Altern zu fördern und die soziale Teilhabe vor und nach dem Eintritt in den Ruhestand zu stärken