Ehemaliger Bürgermeister erhält eine Galerie

In Steinsel bietet die Galerie „Am Duerf“ nicht nur einen Rahmen als Kunstgalerie, sondern mit der angegliederten Bewirtschaftung auch eine Möglichkeit des geselligen Zusammeneins. Sie erhielt nun dieser Tage als Namenszusatz den Namen des ehemaligen Bürgermeisters Robert Daleiden. Bürgermeisterin Manon Kolber-Hoffmann hob in ihrer Begrüßungsansprache hervor, dass die Galerie Am Duerf als Ort der Kreativität und Geselligkeit mitten im Ort eine wichtige Rolle im Dorfleben spielt. Das früher als „A Wonesch“ oder auch Stempeschhaus bekannte Gebäude wurde erst im vorigen Jahr neu instand gesetzt. Bei der Einweihung war auch der ehemalige luxemburgische Staatsminister Jean-Claude Juncker anwesend. In seiner Ansprache ging er teilweise humorvoll auf den Werdegang Daleidens ein: „Robert war ein Vereinsmensch. Deshalb trat er auch der CSV bei, denn die CSV ist auch ein Verein. Ein komischer zwar, aber ein Verein.“ Dabei würdigte er auch die Generation Daleiden’s, die den zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt hat und die er als „die ersten richtigen Europäer“ bezeichnete. In Anspielung auf den langjährigen Generalsekretär der Beamtengewerkschaft mit dem gleichen Namen meinte Juncker augenzwinkernd: „Obwohl Robert ein geselliger Mensch war, ist er nie einer Gewerkschaft beigetreten und das war gut so. Zwei Daleiden wären des Guten nämlich zu viel gewesen.“

Robert Daleiden war während insgesamt 37 Jahren Mitglied des Gemeinderates, davon zwischen 1976 und 1987 zwölf Jahre als Bürgermeister. Nach seinem Tod im Jahre 2010 wurde ihm bisher die Nennung einer Straße oder eines öffentlichen Platzes jedoch verwehrt. Doch nun hat der Wind gedreht und am 1. Oktober 2025 hat der Gemeinderat entschieden, der Galerie Am Duerf den Namenszusatz „Robert Daleiden“ hinzuzufügen. Schöffe Claude Schintgen stand am Anfang dieser Idee. Er erinnert sich an seine Kindheit: „Wir waren Nachbarn zur heutigen Galerie und ich sah wie Daleiden damals mit Hand angelegt hat, um das Haus zu renovieren, nachdem die Gemeinde es 1981 hauptsächlich mit Hilfe von Freiwilligen renovieren ließ.“ Nicht nur, dass das Haus 1979 unter Daleiden von der Gemeinde gekauft wurde, sondern als damaliger Bürgermeister half er tatkräftig mit seinem handwerklichen Können an der Baustelle. Während seiner Amtszeit wurden wichtige Weichenstellungen für die Gemeinde getroffen. So fiel die Gründung des Freizeitkomplexes Pidal in seine Zeit, sowie auch die Obstplantagen auf dem Steinseler Plateau, die Schaffung des sogenannten Laval’s Park oder auch noch die Industriezone, in der heute zahlreiche Firmen angesiedelt sind.

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