Emotionale Freudenklänge durch die Farbengalaxie von Eliane Goedert-Stoltz

Bewegte Zuhörer und Zuschauer bei erfolgreichem Konzert des Cäcilienchores


Ein Hauch an künstlerischem Sternenstaub der Malerin Eliane Goedert-Stoltz (1940-2023) gepaart an freudige Vokal- und Instrumentalmusik aus vier Jahrhunderten regnete am vergangenen 1. Februar in die Centser Heilig-Geist-Kirche. Unter dem Motto "Que ta joie demeure" - so lautet ein Themenfenster in dem 1976 errichteten Gotteshaus - rief die Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents zu einem doppelten Kunstgenuss : Ausstellung und Konzert. Rund 130 Kulturliebhaber waren dem Ruf des ortsansässigen Kirchenchores gefolgt, der in Zusammenarbeit mit der Familie der 2023 verstorbenen Künstlerin Eliane Goedert-Stoltz einen kurzweiligen Nachmittag mit ungeahnten Farbtönen und festlichen Klangfarben veranstaltete.

Noémie Desquiotz-Sunnen (Sopran und Leitung), Pierre Kremer (Trompete) und Paul Kayser (Orgel) präsentierten an der Seite der Sängerinnen und Sänger der Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents Werke von Jean-Baptiste Loeillet, Tomaso Albinoni, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Fanny und Felix Mendelssohn, Laurent Drees, Pierre Kremer und Paul Kayser. Aly Kuffer, der als "pensionnierter" Dirigent seit kurzem die Reihen im Männerregiment des 1968 gegründeten Kirchenchores verstärkt, konnte anlässlich der Veranstaltung sein Konzertdebüt mit dem Centser Gesangverein feiern.

Lynn Schleder und Nuria Jeck alias GAUDIOnauten, d.h. “Seeleute der Freude” navigierten die Zuhörer und Zuschauer durch die Goedertsche Farbengalaxie derweil Organist Paul Kayser auf der Westenfelder-Orgel über die verschiedenen Themen der Bilder - Leuchtturm, "Le passeur", "La course", "La contemplation" und die Planeten - mit fulminanten, fast galaktischen Klangfarben improvisierte. In Anlehnung an Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" spielte der 1979 geborene Organist ein Promenadenmotiv auf die luxemburgische Weise "Léiwer Härgottsblieschen" - passend zu dem am Vorabend des 2. Februar stattgefundenen Konzerts und den "Lichtmauern" Théo Kergs in der Centser Heilig-Geist-Kirche.

Im Namen der Familie der Künstlerin, die jahrzehntelang Mitglied der Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents war, bedankte sich Danièle Goedert bei den Protagonisten des Projektes und gab Einblicke in das künstlerische Schaffen - nicht weniger als 1000 Werke - der lokalen Künstlerin, die sogar ihre Bilder in Amerika und Japan ausstellte. Eugénie Nicola-Thies, Vorsitzende der Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents, freute sich über den regen Zuspruch seitens des Publikums und bedankte sich u.a. bei den Verantwortlichen der "Por Notre-Dame" und der Stadt Luxemburg, der Schirmherrin des Konzerts. Nach einer gemeinsamen Zugabe gab es Luxemburger Moselwein, der mit argentinischen Spezialitäten dialogierte, sowie alles an jenem Nachmittag der emotionalen Hommage an Eliane Goedert-Stoltz miteinander in Dialog getreten war : Musik und Kunst, Instrumental- und Vokalmusik, sakrales Mobiliar und profane Bilderthemen, vortragende Kinder und zuhörende Erwachsene! Und so kam vieles in einen bewegenden Dialog. “Meine Bilder brauchen Bewegung”, sagte einst die Künstlerin, die als "diskreten Pinsel Gottes" die Herzen des Betrachters bewegt.

Fotos: Alex Nicola/Chorale Ste Cécile Fetschenhof-Cents