„Mat der Hëllef vu Jesus Christus, eisem Gott an Erléiser, erwiele mer eis Bridder zu Diakonen.“ Diese Worte sprach Erzbischof Jean-Claude Hollerich am 8. Dezember in der Echternacher Basilika, eingangs der Eucharistiefeier, während der er Charles Bremer aus Bous und Ricardo Monteiro aus Düdelingen zu Diakonen weihte.
Es war dies die erste Diakonenweihe von Jean-Claude Hollerich als Erzbischof. Die Feier fand erstmals in Echternach statt und erstmals wurde ein Mitbürger portugiesischer Abstammung zum Dienst in der katholischen Kirche in Luxemburg geweiht.
Am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis hieß es nach dem feierlichen Einzug der Messdiener, der Weihekandidaten, der Diakone, der Seminaristen und der äußerst zahlreichen Geistlichen um ihren Oberhirten im Gesang zur Eröffnung: „Vierge Sainte, Dieu t’a choisie“. Als Tag der Freude für die katholische Kirche und für alle Christen in Luxemburg, bezeichnete der Erzbischof, der von den Geistlichen Erny Gillen, Patrick Hubert, Josy Birsens, Théophile Walin, Marcel Pundel und Robert Sibenaler, von den Mentoren der beiden Diakone, Francis Erasmy und Fränz Muller sowie von Zeremoniar Jean-Pierre Reiners und von vielen weiteren Geistlichen umgeben war, die Diakonenweihe.
Regens Patrick Hubert rief die Weihekandidaten auf, die bei ihren Familienmitgliedern Platz genommen hatten und bat den Erzbischof um die Diakonenweihe, bevor er den Lebenslauf der beiden jungen Männer, die 2007 in das Priesterseminar eintraten, kurz skizzierte.
Aus dem Lukas-Evangelium las Diakon Laurent Dhaussy die Perikope betreffend die Verkündigung. Auf den Schatz von Spiritualität, welchen die Lesungen am Fest der Immaculata beinhalten, hatte der Erzbischof seine sehr persönliche Predigt an die Adresse der Weihekandidaten aufgebaut.
„Merci d’avoir écouté l’appel de Dieu!“
Maria, die neue Eva, sei der offene Mensch, wie Gott sich ihn gewünscht habe. Sie könne als Beispiel für den Diakon gelten, weil sie bereit gewesen sei für jenen Dienst, der mit ganz einfachen Dingen beginne. Deshalb sei das Diakonat die erste Stufe des Priestertums. Dieses Amt könne jedoch nur verstanden werden, wenn es auch an den Ärmsten der Armen sowie an den kranken, einsamen und alten Menschen verrichtet werde.
„Mit allem, was ihr seid und tut, steht ihr nun ganz im Dienst des Evangeliums. Euer Wirken in der Liturgie muss verbunden sein mit einem einfachen Leben, das die Werte der Frohen Botschaft ausstrahlt“, betonte der Erzbischof an die Adresse von Charles Bremer und Ricardo Monteiro.
In französischer Sprache fuhr der Prediger weiter: „Chaque fois que vous mettez la dalmatique et l’étole, pensez à Saint-Willibrord, le messager infatigable de l’amour du Christ“, bevor er näher auf den tiefen Sinn des Zölibats einging und diese Lebensweise als große Chance bezeichnete, um Gott und den Menschen ganz zu dienen. Mit den Worten: „Merci d’avoir écouté l’appel de Dieu“, beschloss Jean-Claude Hollerich seine Predigt.
Mit der Anrufung des Heiligen Geistes im Lied „Viens Esprit Créateur“, begann die beeindruckende Weiheliturgie. „Ech si bereet“, bekundeten Charles Bremer und Ricardo Monteiro im Weiheversprechen. Folgten alsdann die Weihelitanei, die Handauflegung durch den Oberhirten und das Weihegebet, in dem es u. a. heißt: „Regarde maintenant, Dieu très bon, ceux à qui nous imposons les mains aujourd’hui.“
„Ëmfänk d’Evangelium vu Jesus Christus…“
Als die Diakone Stola und Dalmatik anlegten, waren ihnen ihre Heimatpriester Marcel Pundel und Robert Sibenaler behilflich. Bei der Überreichung des Evangeliars sprach der Erzbischof: „Emfänk d’Evangelium vu Christus: (…) verkënneg dat, wat s du gleefs a lief dat, wat s du verkënnegs.“
Mit dem Friedensgruß, dem Lied zur Danksagung „Le Seigneur m’a comblé de joie“ und dem Credo wurde die Weiheliturgie beschlossen. Charles Bremer und Ricardo Monteiro bereiteten daraufhin die Gaben am Altar zur Eucharistiefeier und forderten später die Gemeinde auf, sich ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung zu geben, Zeichen, das sie selbst an ihre Eltern und Verwandten weiterreichten.
Vor dem Schlusssegen wartete der Chor der portugiesischen Gemeinschaft mit dem Gruß an Maria „A treze de Maio“ auf, bevor der Gottesdienst mit dem Willibrorduslied „Schau, heil’ger Apostel, o Willibrord“ seinen Abschluss fand. In Prozession zogen die Geistlichen um den Erzbischof anschließend mit den neu geweihten Diakonen am Grab des Landesapostels vorbei.
Maßgeblich an der hervorragenden gesanglichen und musikalischen Gestaltung der zu Herzen gehenden Diakonenweihe waren nicht nur der Basilikachor um Marc Juncker, mit Paul Kayser an der Orgel, sondern vornehmlich auch die Schola um Renée Schmit und nicht zuletzt Kantor Jean-Marie Kieffer beteiligt.
VON MONIQUE HERMES (FOTOS: MARC WILWERT)