Lachgarantie beim Theaterstück „En Haff voller Mëller”
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Lachgarantie beim Theaterstück „En Haff voller Mëller”
Eine turbulente Verwechslungskomödie mit viel Situationskomik
Lenningen. Mit der Komödie En Haff voller Mëller hat der lokale Tischtennisverein nicht nur die neue Theatersaison eröffnet, sondern ihr auch gleich eine ordentliche Portion Schwung, Witz und spürbare Spielfreude verliehen. Das Stück der Theaterautorin Winnie Abel greift die klassische Idee der Verwechslungskomödie auf und entfaltet im bäuerlichen Milieu einen ganz eigenen Charme. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten Yves Scholtes hebt sich der Vorhang für ein Chaos mit Ansage. In der luxemburgischen Fassung von Roby Zenner entfaltet sich ein temporeiches Bühnenfeuerwerk: Türen knallen, Kulissen geraten ins Wanken und ein Briefkasten wird zur unerwarteten Schaltzentrale des Geschehens. Pointierte Dialoge, schräge Figuren und treffsichere Situationskomik sorgen von Beginn an für beste Unterhaltung.
Der Schauplatz ist ein Bauernhof in Klenneng, auf dem statt ländlicher Idylle blanker Streit herrscht. Die resolute Bäuerin Rosa (Arlette Michely-Weyer) möchte die Hofnachfolge regeln und stellt ein klares Ultimatum: Wer zuerst heiratet, erbt den Hof. Ihr sensibler Sohn John (Marc Thill) gerät dadurch in Bedrängnis, denn seine Liebe passt so gar nicht ins Weltbild seiner Mutter. Heimlich ist er mit Laurent (John Hammes) liiert, einem schillernden Freigeist. Aus der Not heraus greift John zu einer Lösung, die eine Kette turbulenter Verwicklungen auslöst. Falsche Versprechen, überraschende Allianzen und eine Reihe schräger Figuren treiben das Chaos voran. Mit von der Partie sind die schlagfertige Pflegekraft Irena (Martine Scholtes-Krier), Knecht Jang (Jos Bellot), die überhebliche und kratzbürstige Schwester Esther (Tania Buchholtz-Gelhausen), die plötzlich auftauchende Beamtin Frau Schmidt (Mandy Strasser) sowie die echte Mutter Natalia aus Polen (Claudia Weckering).
Das Ensemble des DT Lenningen überzeugt mit sichtbarer Spielfreude und präzisem Timing. Regisseur Andreas Fuchs setzt auf eine dynamische Inszenierung, die den Rhythmus der Handlung konsequent aufgreift. Mehrere Generationen stehen gemeinsam auf der Bühne und verleihen der Produktion eine besondere Energie. Hervorzuheben ist die Flexibilität der Laienspielgruppe: Jos Bellot sprang kurzfristig ein und erntete dafür großen Applaus. Auch das detailreiche Bühnenbild von Jean-Paul Karl trug maßgeblich zur tollen Atmosphäre bei. Kain Christman war für die Technik, Maggy Bloemers für die Maske und Norbert Strasser für die Soufflage verantwortlich. „En Haff voller Mëller“ erweist sich somit als rundum gelungener Theaterspaß: turbulent, witzig und mit einer klaren Botschaft.
Romain Welter via mywort