Auf dem Weg zur Klimabündnisgemeinde


Die erste Hürde ist genommen. In der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Remich prinzipiell entschieden, Klimabündnis- und Fairtradegemeinde zu werden. Beide Vorhaben waren in der Schöffenratserklärung formuliert. Allerdings müssen einige Kriterien erfüllt werden, um diesen Status zu erhalten.

Als erste Gemeinde an der Luxemburger Mosel macht sich Remich auf den Weg zur Klimabündnisgemeinde. Bürgermeister Henri Kox (Déi Gréng) sagte im Namen der grün-schwarzen Koalition, dass Remich nach dem Motto „global denken, lokal handeln“ agieren wird. Erstens wird die Gemeinde aktiv Klimaschutz im eigenen Areal betreiben und verpflichtet sich dazu unter anderem, Emissionen an Treibhausgasen zu reduzieren. Zweitens muss die Gemeinde Remich Dritte-Welt-Länder unterstützen mit Projekten, beziehungsweise mit Verzicht auf wertvolle Grundstoffe aus dieser Region oder Produkte, die dort zu Tiefstpreisen erstellt werden.

Damit wurde auch eine Brücke geschlagen zu einem zweiten Vorhaben, der Fairtrade-Gemeinde. Die Gemeinde Remich will damit eine Absichtserklärung umsetzen und sich für Produkte entscheiden, die entweder aus der eigenen Region stammen oder durch fairen Handel im Ausland zustande gekommen sind. Diese Produkte seien zwar etwas teurer, sagte Kox, doch als Fairtrade-Gemeinde würde man keine Ausbeuter unterstützen.

In puncto Klimaschutz soll in Remich auf kommunalen Flächen, beispielsweise Dächern, eine Photovoltaikanlage errichtet werden, die von Bürgern betrieben werden. Die Teilnehmer tragen das Risiko, erhalten aber auch die Gewinne. Kox sagte, dass auch auf dem Areal der Kläranlage Perl-Besch eine Photovoltaikanlage geplant sei. Der Gemeinderat zeigte sich mit den drei Vorschlägen einverstanden.

Nach den Gemeinden Stadtbredimus, Bous (siehe Bericht auf dieser Seite) und Schengen stimmte auch der Gemeinderat Remich für eine Schrankenanlage im Containerpark „Am Haff“ in Bech-Kleinmacher. Weil durch die fehlende Zugangskontrolle auch Personen, die außerhalb der Partnergemeinden Bous, Remich, Schengen und Stadtbredimus zu Hause sind, ihren Abfall und Sperrmüll dort abgeben, sind nach den Worten von Kox die doppelte Menge an Sperrmüll im Vergleich zu anderen und ähnlichen Sigre-Gemeinden dort präsent. Eine Zugangskarte pro Haushalt kostet zehn Euro. Bei Beschädigung oder Verlust dieser Karte wird eine Neuanschaffung von 25 Euro geltend. Am 1. April soll das neue System funktionieren.

Weitere Punkte: Die Förster Eric Dimmer und Philippe Fisch stellten den Forstplan 2012 vor, der nach jetzigem Stand mit Einnahmen von 38 190 Euro und Ausgaben von 93 500 Euro abschließen wird. Die Terrassensaison wird in diesem Jahr am 16. März eröffnet und dauert bis zum 1. November. Damit dürfen die betreffenden Gastronomiebetriebe schon kurz vor der Kavalkade ihre Gäste draußen bedienen. Eine Änderung wurde in den Reglementen durchgeführt. Demnach ist es auch erlaubt, draußen unmittelbar vor dem Anwesen neben Waffeln auch Eis zu verkaufen. Der Verkauf mitten auf der Place Kons ist nicht erlaubt aufgrund von frei liegenden Stromkabeln.

Die Konvention mit Valorlux für das Abholen von bestimmten Verpackungsabfällen wurde ohne lange Diskussionen verlängert. Ebenso war der Gemeinderat mit der Fortsetzung einer Zusammenarbeit mit dem Familienministerium in Bezug auf die „Maison relais“ einverstanden. Von den Gesamtkosten im Jahr 2012 von 581 159,89 Euro übernimmt der Staat 75 Prozent, also 435 869,92 Euro. Ein erster Vorschuss für die ersten zehn Monate von 363 224,93 Euro wurde bereits geleistet.

Die Subsidien für die lokalen Vereine bleiben 2012 unverändert. Allerdings kündigte Kox an, dass die Liste der in Frage kommenden Vereine in Kürze überarbeitet werde. Die Gemeinde wird in diesem Jahr eine Kehrmaschine sowie ein elektrisches Fahrzeug für den technischen Dienst kaufen. Der Kostenvoranschlag inklusive Zubhehör beträgt 240 000 Euro. Georges Nesser ist Kandidat der Gemeinde Remich für die regionale Mietkommission. Die beratenden Kommission wurden zusammensetzt. Eine Übersicht ist im Internetportal mywort.lu.

Zum Schluss der Sitzung sagte Kox, dass der Schöffenrat erwäge, etwa zwölf Asylbewerber in Remich aufzunehmen. Rat Mike Greiveldinger (CSV) teilte mit, dass das Internetserviceportal macommune.lu für Remich am 16. April lanciert wird.
(Text: Jeroen Van der Hoef)