Uraufführung von „Burning Strawman“
150 Jahre „Harmonie Municipale Concordia Remich“
Remich. In der Sporthalle „Gewännchen“ erlebten die zahlreichen Zuschauer ein Jubiläumskonzert voller musikalischer Höhepunkte. Zu den Ehrengästen zählten Bürgermeister Jacques Sitz mit Vertretern des Schöffen- und Gemeinderats, die Abgeordneten Octavie Modert, Gilles Baum und Stéphanie Weydert, die ehemaligen Präsidenten des Vereins Albert Hoffmann, Luc Thillmann und Carlo Foetz, Vertreter der Kirche sowie Monique Zeimet-Schroeder von der Ugda. Marc Bamberg, der Präsident des Organisationsvorstands, hieß die Gäste willkommen und blickte auf die Höhepunkte der Feierlichkeiten zurück. Präsidentin Monique Weintzen dankte allen Aktiven, der Gemeinde Remich sowie dem Dirigenten für ihre Unterstützung. In seiner Ansprache würdigte Bürgermeister Jacques Sitz die kulturelle Bedeutung des Vereins und dessen außerordentliche Leistungen.
Das Konzert wurde mit „Solemnity” von Alexandre Carlin eröffnet, gefolgt von „Around the World in 80 Days” von Otto M. Schwarz. Mit Auszügen aus Franz Lehárs „Die lustige Witwe” zeigte das Orchester seine stilistische Eleganz, während „The Roaring Twenties” kraftvolle Akzente setzte. In „Eiger: A Journey to the Summit” von James Swearingen erzählte das Orchester die emotionale Geschichte von John Harlin auf musikalische Weise. Die Darbietungen wurden mit lang anhaltendem Applaus honoriert. Das 55-köpfige Orchester, von dem 19 frühere Aktive mitwirkten, überzeugte mit großer Dynamik, klanglicher Vielfalt und hoher Spielqualität. Unter der Leitung von Alain Fil bewies die „Harmonie Municipale Concordia Remich“, dass sie auch nach 150 Jahren nichts von ihrer musikalischen Strahlkraft verloren hat. Durch den Abend führte Carmen Muller souverän.
Im zweiten Konzertteil präsentierte sich das große Orchester von einer ganz anderen, ebenso mitreißenden Seite. Die klangliche Bandbreite reichte von Rock ’n’ Roll über legendäre Hits der 1980er-Jahre bis hin zu stimmungsvoller Unterhaltungsmusik mit bekannten Party-Songs der neunziger Jahre. Diese abwechslungsreiche Musikauswahl sorgte für ausgelassene Stimmung und zeigte eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Musikerinnen und Musiker. Höhepunkt des Abends war die Uraufführung von „Burning Strawman“ von Georges Sadeler. Die eigens zum Jubiläum komponierte Hommage an das „Stréimännchen“ verband musikalische Innovation mit lokaler Symbolik und erwies sich als Sternstunde des Konzerts. Traditionsgemäß wird am Aschermittwoch auf der Moselbrücke mit der Verbrennung der Strohpuppe nicht nur der Karneval, sondern auch der Winter verabschiedet. Unterstützt von den ehemaligen Dirigenten Jean-Jacques Bley und Roger Armenzani setzte Alain Fil mit diesem Abend einen würdigen Schlusspunkt. Erst nach einigen Zugaben durfte das Orchester die Bühne verlassen. Mit diesem hochkarätigen Abschlusskonzert krönte die 1875 gegründete Remicher Musikgesellschaft die Feierlichkeiten zu ihrem 150-jährigen Bestehen.
Romain Welter via mywort