Nach Pisa-Lesen nun Pisa-Laufen

Die LASEP sorgt sich um die Fitness der Grundschüler

Luxemburg spricht über den PISA-Schock. Die ernüchternden Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften sorgen für Diskussionen über Unterricht, Bildungsqualität und die Zukunft der Schule. Doch die Ligue des Associations Sportives de l’Enseignement Fondamental (LASEP) lenkt den Blick auf eine Frage, die bislang bei Pisa kaum eine Rolle spielte: Wie fit sind unsere Kinder eigentlich?

Was wäre, wenn beim nächsten großen Vergleich nicht Rechnen und Textverständnis auf dem Prüfstand stünden, sondern Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und motorische Fähigkeiten? Möglicherweise gäbe es dann nicht nur nach den Mathematikresultaten lange Gesichter, sondern auch nach einem landesweiten Fitness-Test.

Denn während sich Bildungsdebatten vor allem darum drehen, was Kinder im Kopf leisten, gerät leicht aus dem Blick, was ihr Körper leisten kann und können sollte. Dabei ist regelmäßige Bewegung nicht nur eine Voraussetzung für eine gesunde körperliche Entwicklung. Sie fördert auch Konzentration, Wohlbefinden und damit wichtige Grundlagen erfolgreichen Lernens.

Doch wie selbstverständlich gehört Bewegung heute noch zum Alltag der Kinder? Wie sicher laufen, springen, werfen und balancieren sie? Wie steht es um ihre Ausdauer und Koordination? Und wie viel Zeit verbringen sie tatsächlich in Bewegung? Welchen Stellenwert räumen Eltern, Lehrkräfte und Erzieher körperlicher Aktivität im Alltag ein? Und erhalten Kinder ausreichend Möglichkeiten für ein regelmäßiges und fachkundig angeleitetes Training in der Schule, bei der LASEP, im Sportverein und in ihrer Freizeit?

Ein landesweiter Blick auf die motorische Fitness der Grundschüler könnte Antworten liefern. Vielleicht würden die Ergebnisse überraschen. Vielleicht würden sie lediglich bestätigen, was viele Fachleute und Praktiker längst beobachten. Doch wie bei PISA gilt auch hier: Wer nicht hinschaut, bekommt zwar keine schlechten Noten, erfährt aber auch nicht, wo Defizite bestehen und wo Handlungsbedarf besteht.

Es braucht demnach ausreichend qualitativ hochwertigen Sportunterricht in der Schule und attraktive außerschulische Bewegungs- und Sportangebote, wie sie unter anderem die LASEP organisiert. Denn sportliche und motorische Entwicklung ist kein Selbstläufer. Sie braucht Zeit, geeignete Räume, fachkundige Begleitung und vor allem einen festen Platz im Alltag der Kinder.