Gestern wurde in der Privatschule Fieldgen eine Ausstellung über luxemburgische Olympiateilnehmerinnen vorgestellt. Die vom nationalen Frauenrat zusammengestellten Fotos und Informationen sollen helfen, den Frauensport im Olympiajahr 2012 in den Vordergrund zu stellen. Denn auch in Luxemburg gibt es in puncto Sport ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern.
Wenn man an Gleichberechtigung denkt, kommen einem Stichwörter wie Gehälterunterschiede oder ungleiche Vertretung auf Führungsebene in den Sinn, nicht aber unbedingt Sport. Gerade deshalb war der „Conseil National des Femmes du Luxembourg“, unter der Präsidentschaft von Joëlle Letsch, bemüht, gerade dieses Thema in den Vordergrund zu rücken.
So hat der nationale Frauenrat eine Ausstellung konzipiert, die aus Fotos von allen 35 luxemburgischen Teilnehmerinnen besteht, die seit 1924 an den Olympischen Spielen teilgenommen haben. Auf Initiative der Elternvereinigung der Privatschule Fieldgen und mit der Unterstützung der Schulleitung, wurde diese vor kurzem im hauptstädtischen Lyzeum aufgestellt. Auch präsent waren die ehemaligen Schülerinnen des Lyzeums und Olympiateilnehmerinnen, Danièle Kaber (1988, Seoul) und Véronique Linster (1996, Atlanta).
Dass es im Sport ein größeres Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen gibt, veranschaulichte Hubert Eschette aus dem „Département ministériel des sports“ anhand einiger Zahlen: So zählen die Luxemburger Sportverbände über 64 000 lizenzierte Männer, doch nur 16 608 lizenzierte Frauen. Die höchsten Männerquoten gibt es im Fußball, im Kegeln, im Sportfischen, im Betriebsfußball und im Sportschießen. Allein diese fünf Sportarten praktizieren 37 000 Männer – gegenüber von nur 2 100 Frauen. Lässt man aber diese Sportarten außen vor, kommt auf zwei lizenzierte Männern immer noch nur eine Frau. Die Sportarten, in denen Frauen dominieren, sind dagegen Turnen, Reiten und Volleyball. Bei den sogenannten „licenciés loisirs“ ist das Verhältnis 56 Prozent zu 44 Prozent.
Eine mögliche Erklärung für diese Ungleichgewichte könnten in der Natur der Sportarten liegen, meint Hubert Eschette. So verlangen Sportarten wie Fußball oder Handball einen physischen Einsatz auch gegenüber dem Gegenspieler, während im Basketball, wo es viel mehr lizenzierte Mädchen und Frauen gibt, Körperkontakt eigentlich verboten ist. Im Volley-ball sind die gegnerischen Mannschaften sogar ganz voneinander getrennt. Jedenfalls wird im Rahmen des Programms „Gesond iessen, méi bewegen“ auch versucht, diese Unterschiede zu reduzieren.
In dem Sinne hofft auch Joëlle Letsch, dass andere Schulen dem Vorbild des Fieldgen folgen und die Ausstellung übernehmen werden. Sie erinnerte auch noch an den vom Frauenrat erstellten Kalender mit luxemburgischen Sportlerinnen, der online bestellt werden kann. (Text: Nicolas Anen / Foto: Anouk Antony)
www.cnfl.lu
Wenn man an Gleichberechtigung denkt, kommen einem Stichwörter wie Gehälterunterschiede oder ungleiche Vertretung auf Führungsebene in den Sinn, nicht aber unbedingt Sport. Gerade deshalb war der „Conseil National des Femmes du Luxembourg“, unter der Präsidentschaft von Joëlle Letsch, bemüht, gerade dieses Thema in den Vordergrund zu rücken.
So hat der nationale Frauenrat eine Ausstellung konzipiert, die aus Fotos von allen 35 luxemburgischen Teilnehmerinnen besteht, die seit 1924 an den Olympischen Spielen teilgenommen haben. Auf Initiative der Elternvereinigung der Privatschule Fieldgen und mit der Unterstützung der Schulleitung, wurde diese vor kurzem im hauptstädtischen Lyzeum aufgestellt. Auch präsent waren die ehemaligen Schülerinnen des Lyzeums und Olympiateilnehmerinnen, Danièle Kaber (1988, Seoul) und Véronique Linster (1996, Atlanta).
Dass es im Sport ein größeres Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen gibt, veranschaulichte Hubert Eschette aus dem „Département ministériel des sports“ anhand einiger Zahlen: So zählen die Luxemburger Sportverbände über 64 000 lizenzierte Männer, doch nur 16 608 lizenzierte Frauen. Die höchsten Männerquoten gibt es im Fußball, im Kegeln, im Sportfischen, im Betriebsfußball und im Sportschießen. Allein diese fünf Sportarten praktizieren 37 000 Männer – gegenüber von nur 2 100 Frauen. Lässt man aber diese Sportarten außen vor, kommt auf zwei lizenzierte Männern immer noch nur eine Frau. Die Sportarten, in denen Frauen dominieren, sind dagegen Turnen, Reiten und Volleyball. Bei den sogenannten „licenciés loisirs“ ist das Verhältnis 56 Prozent zu 44 Prozent.
Eine mögliche Erklärung für diese Ungleichgewichte könnten in der Natur der Sportarten liegen, meint Hubert Eschette. So verlangen Sportarten wie Fußball oder Handball einen physischen Einsatz auch gegenüber dem Gegenspieler, während im Basketball, wo es viel mehr lizenzierte Mädchen und Frauen gibt, Körperkontakt eigentlich verboten ist. Im Volley-ball sind die gegnerischen Mannschaften sogar ganz voneinander getrennt. Jedenfalls wird im Rahmen des Programms „Gesond iessen, méi bewegen“ auch versucht, diese Unterschiede zu reduzieren.
In dem Sinne hofft auch Joëlle Letsch, dass andere Schulen dem Vorbild des Fieldgen folgen und die Ausstellung übernehmen werden. Sie erinnerte auch noch an den vom Frauenrat erstellten Kalender mit luxemburgischen Sportlerinnen, der online bestellt werden kann. (Text: Nicolas Anen / Foto: Anouk Antony)
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