Erneuerungsarbeiten in der "Caserne Grand-Duc Jean" auf dem Herrenberg

Vor fast 60 Jahren wurde die Kaserne auf dem Diekircher Herrenberg errichtet. An den 33 Pavillons, die dringend den heutigen Ansprüchen angepasst werden müssten, wurden bis vor kurzem nahezu keine Modernisierungsarbeiten verrichtet. 2002 hatten zwar Vorstudien zur Verbesserung der Lage begonnen, doch dauerte es bis Frühjahr 2010, bis konkret etwas passierte.

Zu dem Zeitpunkt begannen nämlich die Arbeiten zur Erneuerung aller primären technischen Infrastrukturen wie Kanalisation, Wasser- und Stromleitungen. Darüber hinaus wurde eine Gasleitung verlegt, die direkt an die der Stadt Diekirch angeschlossen ist. Die Arbeiten, die mit 18,7 Mio. Euro veranschlagt worden waren und auch die Erneuerung der Verkehrswege in der „Caserne Grand-Duc Jean“ beinhalten, werden Ende dieses Jahres abgeschlossen.

Die zweite Phase der Modernisierungsarbeiten sah die Errichtung einer Logistikhalle, in deren Ateliers das Armeematerial und der Fuhrpark gewartet werden kann, für 60,6 Mio. Euro vor. Die entsprechenden Arbeiten haben im Frühjahr angefangen und sollen 2014 fertiggestellt sein. Die Erneuerungsarbeiten, die das militärische Zentrum auf Vordermann bringen sollen, sahen noch weitere Etappen vor, zumindest war das vor drei Jahren noch der Fall. Allerdings mussten inzwischen aufgrund der Wirtschaftskrise einige Abstriche gemacht werden. So wurden z.B. der Bau eines Munitionsdepots auf dem „Botterweck“, die Errichtung einer Sporthalle, die Infrastrukturerneuerung des Schießstands „Bleesdall“ sowie die Renovierung der Unterkünfte auf dem Militärstützpunkt bis auf Weiteres zurückgestellt.

Erst drei Pavillons wurden von Grund auf erneuert. Diese Arbeiten wurden auch mit dem Ziel durchgeführt, Erfahrungswerte zu sammeln. Man war sich nämlich nicht ganz sicher, welche Variante, vor allem aus finanzieller Hinsicht, die bessere sei: Renovierung oder Abriss und Neubau.

Der Bau eines Munitionslagers auf dem Herrenberg wurde zwar zurückgesetzt, dafür hat man aber verschiedene Lagergebäude bzw. das Hauptgebäude für das Personal des Munitionsdepots in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt renoviert.

Engpässe gibt es ebenso auf dem Herrenberg, was das Unterbringen des gesamten Fuhrparks, zu dem immer mehr sehr teures Material mit empfindlicher Technik gehört, anbelangt. Die Pläne für den Ausbau der bestehenden Hallen stecken zurzeit allerdings höchstens in den Kinderschuhen.

VON NICO MULLER