Was die Frankfurter Buchmesse für Deutschland und der Pariser „Salon du livre“ für Frankreich, das sind die „Walfer Bicherdeeg“ für Luxemburg. Auch an diesem Wochenende fanden die Luxemburger Leseratten im Walferdinger Sportkomplex und im Centre Prince Henri wieder alles, was ihr Literaturherz begehrt. Laut Veranstalter war die 17. Ausgabe ein voller Erfolg: Voll bepackt mit neuem, altem, exklusivem oder seltenem Lesestoff zogen die Bücherwürmer nach ihrem Besuch wieder von dannen.
Luxemburgs größte und zweifellos wichtigste Buchmesse zieht alljährlich weit über 12 000 Besucher aus dem In- und nahen Ausland an. Am Wochenende fanden die „Walfer Bicherdeeg“ zum 17. Male statt. Auf ein Neues hatten sich die Veranstalter wieder ein stattliches Programm einfallen lassen, um Bücherwürmer und Leseratten bei Laune zu halten – angefangen bei der Verleihung des „Lëtzebuerger Buchpräis“ über Konzerte, Konferenzen, Ausstellungen, RTL-Diktat und Krimi-Dinner bis hin zu den allseits beliebten Autorenlesungen und Signierstunden.
Auch wenn die Lese-Leidenschaft bei den „Bicherdeeg“ noch immer ganz hoch im Kurs steht, gibt es seit einigen Jahren noch vieles um den Sportkomplex und das Kulturzentrum herum zu entdecken. Nach der Verleihung des Luxemburger Buchpreises am Donnerstag luden die Veranstalter am Freitag wieder zu dem beliebten Musik-Dinner im Zelt-Restaurant. Musikalischer Gastgeber war in diesem Jahr Petz Hartert, der mit seinen „ friends“ Jeff Herr, Laurent Payfert, Maxim Bender und Änder Hirt das Thema „Sound & Movie“ klanglich vertonten.
Es ist die einmalige Mischung, welche die „Bicherdeeg“ über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Während die Eltern zum Beispiel die Stände der Luxemburger Herausgeber in Augenschein nahmen, konnten die Kleinsten wieder ihre circensischen Talente bei einer Zirkuswerkstatt unter Beweis stellen. Fotografie-Liebhaber kamen bei den Ausstellungen der hauptstädtischen Phototek und dem Filmset-Fotografen Ricardo Vaz Palma genau so auf ihre Kosten wie Hobby-Detektive beim Krimi-Dinner. Abgerundet wurde das Angebot durch Konferenzen, Gesprächsrunden, Vorlesungen und Signierstunden.
Dass das Internet dem „alten“ Medium Buch den Rang auf jeden Fall noch immer nicht abgelaufen hat, zeigte das Interesse, das sowohl Groß als auch Klein den Büchern, Bildbänden, Comics und Wälzern entgegenbrachten, die bei der diesjährigen Veranstaltung wieder Premiere feierten. Ansonsten dominierten wieder die altbewährten Angebote, wobei dem RTL-Diktat, den Autorenlesungen sowie dem traditionellen Buch- und Antiquariatsmarkt, aber auch dem Musikmart wieder besondere Aufmerksamkeit zuteil wurden. Die Bücherwürmchen hatten derweil mit „Books for Kids“ wieder ihren eigenen Markt. (Text: Eric Hamus / Fotos: Anouk Antony)