« Richtig Reiten reicht » - Xenophon-Sonderehrenpreis 2026 verliehen
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« Richtig Reiten reicht » - Xenophon-Sonderehrenpreis auf den Landesmeisterschaften 2026 verliehen
Nicht nur die Leistung im Viereck oder im Parcours zählt: Bei den Luxemburger Landesmeisterschaften im Spring- und Dressurreiten wurde in diesem Jahr auch der Blick auf das gerichtet, was einer Prüfung vorausgeht – die Vorbereitung des Pferdes auf dem Abreiteplatz.
Die besondere Auszeichnung ging dieses Jahr an zwei Reiter, die durch besonders pferdegerechtes und gefühlvolles Abreiten auffielen. Der Xenophon-Sonderehrenpreis würdigt einen harmonischen und partnerschaftlichen Umgang mit dem Pferd. Entscheidend ist dabei nicht die spätere Platzierung, sondern die Art und Weise, wie ein Pferd auf seine Aufgabe vorbereitet wird.
Im Mittelpunkt stehen ein sinnvoll aufgebautes Arbeitsprogramm entsprechend der Ausbildungsskala, sowie eine feine und gefühlvolle Hilfengebung - Das faire und vertrauensvolle Miteinander von Pferd und Reiter.
Der Abreiteplatz als Blick hinter die Kulissen
Bei der Auswahl der Preisträger wurde Xenophon e.V. von den Luxemburger Landestrainern Markus Wenz im Springreiten und Sascha Schulz im Dressurreiten unterstützt. Gemeinsam beobachteten sie die Reiter auf dem Abreiteplatz.
Dabei standen grundlegende Fragen im Mittelpunkt: Wie wird die Arbeit aufgebaut? Sind Pausen vorgesehen? Gelingt es dem Reiter, sein Pferd mit Ruhe, Gefühl und feinen Hilfen auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten?
Der Abreiteplatz wird damit zum wichtigen Spiegel der Ausbildung.
Julie Thull überzeugt im Springreiten
Im Springreiten ging der Xenophon-Sonderehrenpreis an Julie Thull. Sie bereitete ihre Stute „Kansai du Gibet“ sehr sorgfältig auf die Prüfung vor und gab ihr dabei immer wieder ausreichend Zeit zur Erholung.
Besonders positiv fiel ihre harmonische Reitweise mit einfühlsamer Hilfengebung auf. Die Vorbereitung wirkte ruhig und durchdacht.
Damit zeigte Julie Thull beispielhaft, dass eine gute Prüfung nicht erst mit dem Einreiten in den Parcours beginnt, sondern bereits auf dem Abreiteplatz.
Téo Rouyr für feines Reiten ausgezeichnet
Im Dressurreiten wurde Téo Rouyr mit dem Xenophon-Sonderehrenpreis ausgezeichnet. Er stellte in der Prüfung gleich zwei Pferde vor: „Chester Noble M“ und „D’Ultimo M“.
Bei beiden Pferden zeigte sich eine sorgfältige Vorbereitung. Rouyr baute sein Arbeitsprogramm mit viel Bedacht auf und berücksichtigte dabei die jeweiligen Bedürfnisse seiner Pferde. Besonders auffällig war seine feine Hilfengebung und die ruhige, konzentrierte Art, mit seinen Pferden zu arbeiten.
Er fiel dabei – im besten Sinne – durch nichts anderes auf als durch gutes Reiten.
Und genau das ist der Gedanke, den Xenophon mit dem Sonderehrenpreis vermitteln möchte.
Pferd und Reiter als Partner
Überreicht wurden die Preise im Spring- und Dressurreiten von Daniela Noesen und Wolfgang Kutting, beide Vorstandsmitglieder von Xenophon e.V., der Gesellschaft für Erhalt und Förderung der klassischen Reitkultur.
Der Xenophon-Sonderehrenpreis soll bewusst positive Beispiele hervorheben und damit sichtbar machen, wie pferdegerechter Sport aussehen kann.
Denn gerade auf dem Abreiteplatz zeigt sich die Beziehung zwischen Pferd und Reiter unmittelbar. Hier geht es nicht nur um Technik und Leistung, sondern auch um Vertrauen, Gefühl und gegenseitigen Respekt.
Es ist erfreulich, wie viele Reiterinnen und Reiter in Luxemburg ihre Leidenschaft für den Pferdesport mit ihrem Partner Pferd teilen. Bei allem sportlichen Ehrgeiz bleibt dabei eines entscheidend: die Verantwortung für das Tier, das den sportlichen Weg gemeinsam mit seinem Menschen geht. Denn „Richtig Reiten reicht.“ Der bekannte Satz des Reitmeisters Paul Stecken bringt die Philosophie von Xenophon auf den Punkt. (DN)