Tschüss, alte Tanne!

Tschüss, alte Tanne!

Jugendliche im Einsatz gegen das Nadelchaos

Canach. Die magische Weihnachtszeit ist vorüber – sie war schön, festlich und voller Lichterglanz. Doch wie jedes Jahr kommt irgendwann der Moment, an dem „Oh Tannenbaum” ausgesungen ist. Nach christlicher Tradition bleibt der Weihnachtsbaum bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, stehen. Spätestens wenn die Kugeln im Karton verstaut, die Krippe abgebaut ist und die Zweige bröselig werden, soll er das Wohnzimmer wieder verlassen. Dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem ausgedienten Christbaum?

Für die Bewohner:innen der Gemeinde Lenningen gab es darauf eine unkomplizierte Antwort. Das Jugendhaus Canach organisierte erneut eine kostenlose Sammelaktion. Mit viel Engagement und guter Laune zogen die Jugendlichen im Schneegestöber von Haus zu Haus. Ausgerüstet mit einem Unimog mit Anhänger und Handschuhen fuhren sie die einzelnen Straßen akribisch ab. Viele Familien hatten ihre Bäume bereits gut sichtbar am Straßenrand bereitgelegt. Wichtigste Voraussetzung: Die Tannen mussten vollständig abgeschmückt sein – ohne Kugeln, Lametta, Ständer oder andere Fremdkörper. Mit jedem zusätzlichen „Nadelmonster” wuchs nicht nur der Holzberg, sondern auch der Stolz der jungen Helferinnen und Helfer. Sie spürten: Ihr Einsatz bewegt etwas.

Der Aufwand der Jugendlichen hatte sich am Ende des Tages sichtlich gelohnt: Zahlreiche Bäume wurden eingesammelt und erhalten nun ein zweites Leben. Beim traditionellen Burgbrennen am 21. Februar dienen sie als Brennmaterial für das große Feuer, mit dem der Winter symbolisch verabschiedet wird. Zum Abschluss zeigte sich das Organisationsteam dankbar gegenüber den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde Lenningen, die ihre Bäume bereitgestellt und somit die Aktion unterstützt haben. Gleichzeitig erhofft sich das Jugendhaus, beim „Kanecher Burgbrennen 2026“ viele Besucher:innen begrüßen zu können. Die Sammelaktion hat einmal mehr gezeigt: Auch wenn der festliche Glanz vergangen ist, bleibt der Gemeinschaftssinn bestehen.

Romain Welter via mywort