Abschied vom „Benjamin-Club“



Früherziehungsinitiative schließt nach mehr als 25 Jahren großartiger Dienste ab

Mit Wehmut gaben die Verantwortlichen des „Benjamin-Clubs“ dieser Tage anlässlich ihrer letzten Generalversammlung im Kulturzentrum in Colmar-Berg die Einstellung ihrer seit langen Jahren weithin geschätzten Aktivitäten bekannt. Wie Präsident Claude Risch erklärte, hätten politische Entscheidungen infolge des neuen Grundschulgesetzes und der Einführung der „chèques-services“ dazu geführt, dass das Früherziehungskonzept des „Benjamin-Club“ in seiner ursprünglichen Form ab September nicht mehr weitergeführt wird.

Claude Risch bedankte sich bei allen Mitarbeitern sowie den neun „Benjamin“-Gemeinden und den beiden angegliederten Schulsyndikaten, die alle seit über zehn Jahren die integrative Früherziehungsinitiative des „Benjamin-Club“ mitgetragen hatten. Er unterstrich dabei vor allem die Verdienste der Gemeinde Colmar-Berg um Bürgermeister Fernand Diederich, der 1984 die Idee des ersten Clubs in den Gemeinderat eingebracht hatte und im vergangenen Jahr noch mit dem Schöffenrat und dem Gemeindepersonal das Projektmodell einer Ganztagsbetreuung durch den „Benjamin-Club“ in der lokalen „Maison relais“ mitorganisiert hat.

Sekretärin Marthy Thull ergänzte anschließend, dass die aktuell gleichzeitige finanzielle Absicherung des „Benjamin-Club“ durch das Erziehungs- und das Familienministerium nicht mehr im Staatsbudget weitergeführt wird. Die vorgeschlagenen Rahmenbedingungen der Betreuung von Kindern unter drei Jahren bedeuteten aber eine derartige Verwässerung des seit über 25 Jahren bewährten Benjamin-Konzepts, dass der Vorstand dessen Kernelemente – Elternmitarbeit, Integration von Kindern mit besonderen Bedürnissen, psychopädagogische Beratung der Eltern und Supervision des Personals – nicht gewährleistet sieht. Marthy Thull verwies auf die Unterredungen, die in diesem Zusammenhang geführt wurden und erst im Februar dieses Jahres zu einer enttäuschenden Entscheidung gekommen seien.

Dabei war das Interesse am „Benjamin-Club“ auch im vergangenen Jahr ungebrochen, während auch die Initiative des dreiwöchigen „Benjamin-Vacances“ Ende Juli und Ende August ein großer Erfolg war. Die erzieherische Fortbildung der Eltern im Rahmen des Benjamin-Instituts hatte solchen Zuspruch, dass dieses Jahr zwei Gruppen mit über 40 Teilnehmern in Erpeldingen und Colmar-Berg organisiert wurden.

Die Vertreter der Gemeinden Colmar-Berg, Ettelbrück und Bissen bedankten sich einerseits bei allen Mitarbeitern des „Benjamin-Club“ für die wertvolle Arbeit und wiesen andererseits darauf hin, dass sie in der Zwischenzeit Kontakt mit verschiedenen Trägerorganisationen aufgenommen haben, um die weiterhin bestehende Nachfrage einer frühen Betreuung der Kleinkinder im Rahmen einer „crèche“- oder „Maison relais“-Konvention im September weiterzuführen. Schöffe Arthur Arendt betonte, dass die Gemeinde Colmar-Berg das Projektmodell der Ganztagsbetreuung im Rahmen der von ihr geführten „Maison relais“ aufrechterhalten werde.

Nico Kneip, verantwortlicher Initiator und Direktionsbeauftragter des „Benjamin-Club“, unterstrich, dass die verantwortlichen Sozialpädagoginnen der einzelnen Clubs im Rahmen der multiprofessionellen Teams der neuen Grundschule vom Erziehungsministerium übernommen werden. Zudem bedankte er sich bei all jenen, die seine 30-jährige Arbeit zum Aufbau der Früherziehung unterstützt haben und unterstrich, dass deren Qualität nur durch eine systematische psycho-pädagogische Betreuung der Kinder, der fachlichen Supervision des Personals und der unabkömmlichen Mitarbeit der Eltern gewährleistet werden kann. Abschließend bedachte der Vorstand Micheline Düsseldorf-Hirt, seit 18 Jahren im Sekretariat und trotz Ruhestand noch weiterhin in ihrem Amt tätig, sowie Claude Risch, seit über 20 Jahren getreuer Mitstreiter, mit einem Geschenk. (C.)