Vom Atlantik ins Müllerthal: Consdorf und Nazaré bekräftigen ihre Partnerschaft
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Neun Jahre nach der Unterzeichnung ihrer Partnerschaft haben Consdorf und Nazaré ihre Zusammenarbeit mit einem offiziellen Besuch in Consdorf fortgeführt und neue Schwerpunkte für die weitere Partnerschaft gesetzt. Eine 27-köpfige Delegation aus Portugal nahm an einem vielfältigen Programm mit kommunalem Austausch, Kultur, Vereinsleben und persönlichen Begegnungen teil. Mit der Enthüllung einer neuen Partnerschaftstafel und mehreren Partnerschaftsschildern wurde die Verbindung zwischen beiden Gemeinden zugleich auch im öffentlichen Raum sichtbar gemacht.
Vom 25. bis 28. September 2026 war eine 27-köpfige Delegation aus Nazaré zu Gast in Consdorf. Im Mittelpunkt des Besuchs standen der persönliche Austausch zwischen beiden Gemeinden, gemeinsame kulturelle Aktivitäten und die Weiterentwicklung der seit 2017 bestehenden Partnerschaft.
Die Partnerschaft zwischen Consdorf und Nazaré wurde am 9. September 2017 offiziell besiegelt. Mit sechs neuen Partnerschaftsschildern – vier in Consdorf und zwei in Scheidgen – sowie einer Partnerschaftstafel vor dem Gemeindehaus wird diese Verbindung künftig auch im öffentlichen Raum sichtbar.
Der offizielle Empfang am Samstagmorgen stieß auf großes Interesse. Der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben der Delegation aus Nazaré nahmen Abgeordnete, Vertreter benachbarter Gemeinden, Mitglieder von Vereinen sowie zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner teil.
Bürgermeister Marco Bermes begrüßte die Gäste aus Nazaré und erinnerte an die Unterzeichnung der Partnerschaftscharta am 9. September 2017.
„Eine Gemeindepartnerschaft ist weit mehr als ein offizielles Abkommen zwischen zwei Gemeinden“, betonte Bermes. „Sie ist vor allem eine Begegnung zwischen Menschen, die Ideen austauschen, einander mit Respekt begegnen und bereit sind, voneinander zu lernen.“
Der Besuch in Consdorf knüpfte unmittelbar an einen Aufenthalt einer Consdorfer Delegation in Nazaré wenige Wochen zuvor an. Der Consdorfer Kinder- und Jugendchor gab dort zwei Konzerte und wirkte an den Feierlichkeiten zu Ehren von Nossa Senhora da Nazaré mit. Bermes dankte insbesondere der Beigeordneten der Gemeinde Nazaré, Fátima Lourenço, sowie Pedro Joel, dem Präsidenten der Junta de Freguesia von Valado dos Frades, für den herzlichen Empfang.
Europa entsteht auch vor Ort
Die geografische Entfernung verliere ihre Bedeutung, wenn Menschen gemeinsame Werte teilten, erklärte Bürgermeister Bermes:
Unsere Partnerschaft steht für Familie, Solidarität, Tradition und Gemeinschaftssinn. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor zahlreichen Herausforderungen steht, sind solche Verbindungen starke Symbole für Freundschaft, Offenheit und europäische Zusammenarbeit.“
Im Namen der Gemeinde Nazaré sprach die Beigeordnete Fátima Lourenço. Die Reise gehe weit über Musik, Tanz und Folklore hinaus:
„Dieser Besuch ist vor allem eine Begegnung zwischen Menschen, Gemeinschaften und Gemeinden, die an Freundschaft, Zusammenarbeit und den Austausch von Erfahrungen glauben.“
Sie unterstrich dabei die Bedeutung kommunaler Partnerschaften als Instrument des direkten Austauschs zwischen Bürgern, Vereinen und jüngeren Generationen. Solche Begegnungen könnten unterschiedliche Lebenswelten einander näherbringen und langfristige Beziehungen zwischen den beteiligten Gemeinden fördern.
Laurent Knauf vom luxemburgischen Innenministerium ordnete die Partnerschaft in den historischen Kontext der Beziehungen zwischen Luxemburg und Portugal ein. Er verwies dabei auf die große portugiesische Gemeinschaft in Luxemburg und deren langjährigen Beitrag zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung des Landes.
„Eine Partnerschaft besteht nicht nur aus einer Unterschrift oder einem Verwaltungsakt“, erklärte Knauf. „Sie entsteht zwischen Bürgern, Vereinen, jungen Menschen, Familien und politischen Verantwortlichen, die dauerhafte Beziehungen aufbauen wollen.“
Zusammenarbeit mit konkreten Zielen
Mit der Enthüllung der Partnerschaftstafel vor dem Gemeindehaus erhielt die Verbindung zwischen Consdorf und Nazaré ein weiteres sichtbares Zeichen. Gleichzeitig richtete sich der Blick auf die künftige Zusammenarbeit.
Bermes machte deutlich, dass es nicht bei gelegentlichen Besuchen bleiben solle. Regelmäßige Kontakte zwischen Jugendlichen, Vereinen, Kulturgruppen und Bürgern seien entscheidend. Für 2027 ist unter anderem ein Austausch zwischen dem Consdorfer Klimateam und Fachleuten aus Nazaré angedacht.
Zum offiziellen Programm gehörte auch eine Vorstellung der Gemeinde Consdorf. Roby Alfter präsentierte Struktur, Entwicklung und Besonderheiten der Gemeinde.
Claude Petit, Direktor des Natur- und Geoparks Mëllerdall, schlug dabei eine Verbindung zum Atlantik: Vor rund 245 Millionen Jahren war das heutige Müllerthal von einem Meer bedeckt. Aus dessen Ablagerungen entstand der Sandstein, der die Landschaft bis heute prägt.
Marianne Origer vom regionalen Tourismusbüro stellte den zertifizierten Mullerthal Trail vor, der zu den zentralen touristischen Angeboten der Region zählt.
„Wir wollen unvergessliche Erlebnisse schaffen“, sagte sie.
Ein Wochenende der Begegnungen
Neben dem offiziellen Empfang bot das Besuchsprogramm der Delegation einen umfassenden Einblick in das Leben und die Einrichtungen der Gemeinde. Bei einem Rundgang lernte sie die Rettungsdienste, Sportanlagen, Schule, Maison Relais und Kirche kennen.
Vor der Kirche empfing der Grupo de Bombos „Amor à Pátria“ die Gäste. Am Denkmal für die Opfer des Krieges wurden Blumen niedergelegt. Die gemeinsame Gedenkzeremonie bildete einen ruhigen und würdevollen Moment innerhalb des Besuchsprogramms.
Weitere Programmpunkte waren ein Besuch in Echternach, die Kirmesmesse sowie gemeinsame Mahlzeiten und zahlreiche informelle Begegnungen zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Am Sonntag ging das Partnerschaftswochenende in das Consdorfer Dorffest über. Der Hämmelsmarsch, der Kinder- und Jugendchor und die Auftritte des Rancho Folclórico Flores do Campo verbanden luxemburgische und portugiesische Traditionen. Die portugiesische Gemeinschaft lud zum Mittagessen ein, während Musik, Vereinsstände und Angebote für Kinder das Programm ergänzten.
Damit fand das offizielle Besuchsprogramm seinen Abschluss in einem Rahmen, der den Grundgedanken der Partnerschaft unmittelbar sichtbar machte: Begegnung nicht nur auf institutioneller Ebene, sondern zwischen den Menschen beider Gemeinden.