Europäische Künstler in dialogischer Beziehung mit Raum und Zeit

Neu angelegte Skulpturenallee in Rust verleiht dem Fluss Eltz europäische Kunstflügel und den Besuchern ungeahnte Kunsteinblicke inklusive ein Augenzwinkern Richtung Luxemburg!

  

Stephan Balkenhols groβformatige Bojenmänner dominieren normalerweise die Hafenstadt Hamburg. Dass die Skulpturen des deutschen Künstlers auch am beschaulichen Flussufer der alten Eltz im badischen Rust eine gute Figur machen, davon können sich Besucher neuerdings ein Bild machen, die zwischen den Hotels des Europa-Park flanieren. Ungeahnt steht man auf einmal vor einem mit weissem Hemd und dunkler Hose gekleideten Bojenmann des renommierten Bildhauers, der ein Teil seiner Kindheit und Jugend in der Europastadt Luxemburg verbracht hatte – der Vater war Lehrer an der hiesigen Europaschule. Und zeigt nicht das vor genau 20 Jahren eingeweihte MUDAM im Europaviertel Kirchberg gleich im Eingangsbereich zwei prominente Kunstwerke des 1957 in Fritzlar geborenen Künstlers, allen voran das Porträt des Namensgebers des “Musée d’art moderne Grand-Duc Jean”? Der Europäer Balkenhol gehört somit auf natürliche Weise ins “Europa der Kinder” an das Ufer jenes kleinen Seitenflusses, der in den Grenzfluss Rhein mündet von dem Victor Hugo sagte, dass sich “das ganze Abentuer Europas an seinen Ufern abspielt”.

 

Neben Balkenhol halten andere namhafte europäische Künstler Einzug in die Skulpturenallee: Robert Jacobsen (Dänemark), Bernar Venet (Frankreich), László Szabó (Ungarn), Riccardo Cordero (Italien), sowie die deutschen Künstler Heinrich Brummack, Ottmar Hörl und Werner Pokorny. Die “Steh auf Europa”-Skulpturen und die (Europa-)Sterne Ottmar Hörls bekommen an der Peripherie zu dem 1975 gegründeten Freizeitpark eine sinnstiftende europäische Dimension während die imposanten Stahlfiguren aus der Hand Venets und Corderos nicht nur daran erinnern, dass Europa vor 70 Jahren als “Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl” von Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Italien als Friedensprojekt gegründet wurde.


“Die Skulpturenallee ist mehr als nur eine Sammlung von Kunstwerken – sie ist ein Dialog zwischen Natur und Kunst, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Jeder der hier vertretenen Künstler hat einen einzigartigen Beitrag zur Entwicklung der Skulptur im 20. und 21. Jahrhundert geleistet. Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, diese unterschiedlichen Positionen im direkten Vergleich zu erleben und die Vielfalt der modernen Skulptur in einer naturnahen Umgebung zu genießen”, so die Ausstellungsmacher zu einem Projekt, das kostenlos und zu jeder Jahreszeit im öffentlichen Raum in Rust besucht werden kann.