Oberkorner Pfarrkirche Sankt Stefanus feiert 100. Jubiläum

Die aktuelle Oberkorner Pfarrkirche, der dritte Sakralbau auf dem derzeitigen Standort, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Die Grundsteinlegung zur heutigen Kirche erfolgte am 5. Juni 1911, während Bischof Jean-Joseph Koppes den Kirchenneubau am 1. Juli 1912 konsekrierte. Diese beiden Eckdaten standen auch Pate für die Jubiläumsfeierlichkeiten. Am Sonntag, 100 Jahre auf den Tag genau nach der bischöflichen Weihe,

feierte die Pfarrgemeinschaft in einem Pontifikalamt den Abschluss der Festlichkeiten, welche sich praktisch über ein ganzes Jahr hinzogen.

Die Einsegnung eines Gedenksteins am 5. Juni 2011 stellte den Auftakt der Feierlichkeiten, eine Dokumentarausstellung dar. Die Übertragung einer Sonntagsmesse, ein weltliches Konzert, eine akademische Festsitzung sowie die Veröffentlichung einer Festschrift waren weitere Höhepunkte.

Die Ausrichtung des Festprogramms oblag einem 21-köpfigen Organisationsvorstand unter dem Vorsitz des Kirchenratspräsidenten Paul Faber. Ihm wurde die Ehre zuteil am Sonntagnachmittag Erzbischof Jean-Claude Hollerich, der darauf gehalten hatte, an der Abschlussfeier teilzunehmen, zu begrüßen.

In seiner Ansprache schilderte der Vorsitzende die Schwierigkeiten, mit denen die Vorfahren zu Beginn des vorigen Jahrhunderts beim Bau des Gotteshauses zu kämpfen hatten. Paul Faber beschloss seine Ausführungen mit dem Wunsch, dass die in den 1980er- und 90er-Jahren restaurierte Pfarrkirche weiterhin Zeichen einer lebendigen Ortschaft bleibe. Zu seinem 100. Geburtstag erstrahlte dann auch das Gotteshaus im Glanz der von Guy Graul hergerichteten Blumenpracht. Vor dem Altar war dem symbolischen Gedenkstein ein Ehrenplatz beschieden. Künftig wird der Stein dessen S-Form den heiligen Stefanus als Schutzpatron der Oberkorner Kirche symbolisiert, im hinteren Kirchenraum an die Jahrhundertfeier erinnern.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich zelebrierte die Messfeier. Am Altar war das Oberhaupt der katholischen Kirche in Luxemburg umgeben von den Geistlichen Denis Wellisch, Jean-Marie Kapata, Camille Juncker, Marcel Groff, Alain Steffen, Marc Gilniat, Jeannot und Romain Gillen.

In seinem Vorwort zur Festschrift bezeichnet Denis Wellisch in seiner Eigenschaft als Seelsorger der Differdinger Pfarrgemeinschaft die Kirche als ein Haus von lebendigen Steinen.

Mit „Wir sind die lebendigen Steine“ gaben die Organisatoren den Jahrhundertfeierlichkeiten denselben Leitsatz. Die Predigt von Jean-Claude Hollerich hatte eine lebendige Kirche in Luxemburg zum Thema. Auf der Empore gestaltete der Oberkorner Kirchenchor unter Leitung von Marie-Louise Schoos-Schambourg die Liturgie musikalisch. Die Orgel spielte Pierre Pasquali. Die Musikschule aus Differdingen sorgte für eine weitere musikalische Umrahmung. So spielte das aus jungen Musikern zusammengesetzte Kammermusik-Ensemble Azenza Werke von Georg Friedrich Händel, Michail Glinka und Johannes Brahms.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle anwesenden Gäste zu einem Empfang geladen. Für den kommenden 9. September lädt der Kirchenrat die Pfarrgemeinschaft zum jährlichen „Poarfest“ ein. (LuWo)

Fotos: Claude Piscitelli