Erkennen, melden, handeln
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Erkennen, melden, handeln
Informationsveranstaltung: Die Asiatische Hornisse – eine wachsende Gefahr?
Stadtbredimus. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) breitet sich seit Jahren rasant in Europa aus. Was zunächst als Einzelfall galt, entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung für Umwelt, Landwirtschaft und Imkerei. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art wurde 2004 erstmals in Südfrankreich nachgewiesen und ist seit 2020 auch im Großherzogtum präsent. Als invasive Art ohne natürliche Feinde vermehrt sie sich schnell: Ein Volk zählt mehrere tausend Tiere und vertilgt jährlich rund elf Kilogramm Insekten, darunter vor allem Bestäuber.
Besonders betroffen sind Honig- und Wildbienen, die gezielt bejagt werden. Für Imker bedeutet dies teils erhebliche Verluste. Gleichzeitig gerät das ökologische Gleichgewicht ins Wanken, da weniger Bestäuber die Fortpflanzung von Kultur- und Wildpflanzen langfristig gefährden. Auch Landwirte und Waldbesitzer sehen sich wachsenden Herausforderungen gegenüber, beispielsweise durch die zunehmende Zahl an Nestern. Vor diesem Hintergrund luden das Naturschutzsyndikat SIAS und die Gemeinde Stadtbredimus zu einer Informationsveranstaltung ein. Rund 45 Interessierte folgten dem Vortrag von Carsten Emser, einem zertifizierten Wespen- und Hornissenumsiedler. Er erläuterte anschaulich die Biologie, Ausbreitung und Gefahren der Art sowie den richtigen Umgang mit Sichtungen. Klar wurde: Eine Bekämpfung ist nur durch geschultes Fachpersonal möglich – und notwendig.
Entscheidend ist eine frühzeitige Erkennung. Typisch sind ein dunkler Körper, ein orange-gelber Hinterleib und auffällig die gelb und schwarz gefärbten Beinenden. Wichtig ist die Unterscheidung zur geschützten Europäischen Hornisse. Bei Sichtungen gilt: Abstand halten, dokumentieren und melden, beispielsweise über die Naturverwaltung oder Plattformen wie iNaturalist. Dabei sind genaue Standortangaben unerlässlich. Besonders im Frühjahr besteht die Chance, Jungköniginnen frühzeitig abzufangen und so die Bildung neuer Nester zu verhindern.
Fazit: Die Asiatische Hornisse wird bleiben. Umso wichtiger ist ein koordinierter Umgang mit ihr. Das Leitmotiv lautet daher: Erkennen, melden, bekämpfen. Nur durch Information, Aufmerksamkeit und gemeinsames Handeln lässt sich ihre Ausbreitung eindämmen und der Schaden für Natur, Landwirtschaft und letztlich auch für den Menschen begrenzen.
Romain Welter via mywort