Internationaler Tag der älteren Menschen

Jedes Jahr am 1. Oktober lädt der Internationale Tag der älteren Menschen dazu ein, den Blick ganz bewusst auf die Rolle älterer Menschen in unserer Gesellschaft, ihre Bedürfnisse und Rechte, aber auch auf die Herausforderungen des Älterwerdens zu richten.

Bei Elisabeth geht die Begleitung älterer Menschen weit über Pflege und Unterstützung im Alltag hinaus. Im Mittelpunkt steht vielmehr jeder einzelne Mensch – mit seiner persönlichen Geschichte, seinen Gewohnheiten und seinen individuellen Lebensentscheidungen. In den Senioreneinrichtungen von Elisabeth setzen sich die Teams deshalb dafür ein, die Selbstständigkeit, vertraute Orientierungspunkte und soziale Beziehungen der Bewohnerinnen und Bewohner so weit wie möglich zu erhalten.

Trauer bedeutet nicht nur, einen nahestehenden Menschen zu verlieren

Anlässlich dieses Tages macht Yves Morby, Direktor der Senioreneinrichtung Haaptmann’s Schlass in Berbourg, auf einen Aspekt des Älterwerdens aufmerksam, der mitunter weniger sichtbar ist: die unterschiedlichen Formen von Trauer und Verlusterfahrungen, mit denen ältere Menschen konfrontiert sein können.

„Trauer kann bei einem älteren Menschen ganz unterschiedliche Formen annehmen.“

Der Verlust des Partners oder der Partnerin, eines Familienmitglieds oder eines nahestehenden Menschen ist sicherlich die bekannteste Form der Trauer. Doch Trauer kann sich auch auf Dinge beziehen, die über Jahrzehnte hinweg den Alltag und die Identität eines Menschen geprägt haben.

Der Einzug in eine Senioreneinrichtung stellt daher einen bedeutenden Einschnitt dar. Das eigene Zuhause, die vertraute Nachbarschaft und das gewohnte Umfeld zu verlassen, bedeutet, viele vertraute Orientierungspunkte aufzugeben. Wie Yves Morby erklärt, müssen manche Menschen dann „Abschied von ihrem Zuhause nehmen“ – von einem Ort, an dem sie mitunter sehr lange gelebt haben.

Mit dem Verlust von Selbstständigkeit umgehen

Hinzu kommen möglicherweise weitere Veränderungen. Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, werden schwieriger oder sind manchmal nicht mehr möglich. Ein Mensch, der seinen Alltag selbstständig bewältigt, sich um seinen Haushalt gekümmert oder Angehörige unterstützt hat, muss nach und nach möglicherweise selbst Hilfe annehmen.

Dabei geht es, so Yves Morby, auch um den „Abschied von vertrauten Gewohnheiten und von der eigenen Selbstständigkeit“.

Von außen betrachtet mögen manche dieser Veränderungen unbedeutend erscheinen. Für die betroffene Person berühren sie jedoch die eigene Identität, die Rolle innerhalb der Familie und die Art und Weise, wie sie ihr Leben über viele Jahre hinweg gestaltet hat.

Jede Lebensgeschichte begleiten

Die Begleitung älterer Menschen erfordert deshalb Zuhören, Aufmerksamkeit und Respekt vor dem individuellen Rhythmus jedes Einzelnen. Bei Elisabeth bemühen sich die Teams darum, ein neues Umfeld zu schaffen, in dem Menschen wieder Orientierung finden, ihre Fähigkeiten bewahren und so lange wie möglich weiterhin eigene Entscheidungen treffen können.

Der Internationale Tag der älteren Menschen bietet somit auch die Gelegenheit, an etwas Wesentliches zu erinnern: Älterwerden bedeutet nicht, die eigene Geschichte, die eigenen Gewohnheiten oder all das hinter sich zu lassen, was jeden Menschen einzigartig macht.

Einen älteren Menschen zu begleiten bedeutet, die Verluste und Veränderungen anzuerkennen, mit denen er konfrontiert sein kann. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, den Blick weiterhin auf das zu richten, was möglich bleibt, auf Beziehungen, die neu entstehen, und auf neue Orientierungspunkte, die sich entwickeln können.