Wenn Sport Solidarität wird – ein Bürgermeister-Turnier für den guten Zweck

Man sagt ja, dass nicht jede Idee, die bei einem Glas Ehrenwein entsteht, eine gute ist. Manchmal sollte man sie besser am nächsten Morgen wieder vergessen.

Im Juni 2025, nach der Generalversammlung unseres Vereins Badminton Ecluse Stadtbredimus, stand ich mit Robi Beissel dem Bürgermeister von Stadtbredimus beim traditionellen Ehrenwein zusammen. Zuerst ging es – wie so oft – um Fußball. Dann wechselte das Gespräch zum Badminton. Und plötzlich war sie da: die Idee.

Warum eigentlich kein Badminton-Bürgermeister-Turnier organisieren? Nicht steif und protokollarisch, sondern mit Humor, Einsatz und vor allem für einen guten Zweck.

Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Natürlich nahm ich mir vor, erst einmal darüber zu schlafen – man weiß ja nie, ob der Enthusiasmus am nächsten Morgen noch da ist.

Er war da. Und er war stärker.

Aus einer spontanen Idee wurde ein konkreter Gedanke. Und aus diesem Gedanken wurde eine Überzeugung. So sehr sogar, dass ich in den folgenden drei Nächten kaum richtig schlafen konnte. Immer wieder kam derselbe Satz in meinen Kopf: Du musst das machen. Die Idee ist brillant.

Bevor ich den offiziellen Weg ging, schrieb ich einigen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern privat, um vorsichtig den Puls zu fühlen. Die Rückmeldungen waren überraschend positiv. Offen. Motiviert.

Also bereitete ich eine Präsentation vor, berief eine Vorstandssitzung ein und stellte mein Projekt vor. Aus einem Gespräch beim Ehrenwein wurde ein konkreter Plan – und der erste Schritt zu einem Turnier, das schließlich weit mehr werden sollte als nur ein sportlicher Wettbewerb.

Ein Tag voller Energie und Gemeinschaft

Am Turniertag selbst war die Stimmung in der Halle außergewöhnlich. Von der ersten Minute an lag eine besondere Energie in der Luft. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zeigten vollen Einsatz auf dem Spielfeld – engagiert, fair und mit sichtbarer Freude. Niemand war sich für etwas zu schade.

Zwischen den Spielen sorgten Elio Maiorano und Dj Nilles mit Moderation und Musik für einen professionellen und lebendigen Rahmen. Renato (Pizzeria Café um Moart in Remich) sicherte mit seinem Foodtruck das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher, während bei Tombola und T-Shirt-Versteigerung fleißig gesammelt wurde.

Ein sportliches Highlight setzte das Showmatch der FELUBA-Topspieler, die die Halle mit hochklassigem Badminton begeisterten und das Publikum mitrissen.

Doch es waren nicht nur die Spiele, die diesen Tag besonders machten – es war die Gemeinschaft. Vereinsmitglieder, Vorstand, Helferinnen und Helfer arbeiteten im Hintergrund mit beeindruckendem Engagement. Sponsoren unterstützten das Projekt großzügig, darunter Steven Macedo (Mabu Concept) mit den T-Shirts, Frank Stephany mit den Flyers und Plakate sowie zahlreiche Unterstützer die uns Preise für die Tombola stifteten. Die kreativen und witzigen Videos von Charel Zahles (Fluo) hatten bereits im Vorfeld dazu beigetragen, dem Turnier eine eigene Identität zu geben.


Ein bewegender Moment

Einen besonders emotionalen Moment erlebte die Halle bei der Abschlussrede des Präsidenten Gaston Ternes der Fondation Kriibskrank Kanner. Mit eindringlichen Worten wurde deutlich, warum Veranstaltungen wie diese so wichtig sind – und dass jede einzelne Spende zählt.

In diesem Augenblick wurde spürbar: Dieses Turnier war mehr als ein sportliches Event. Es war ein Zeichen der Solidarität.


Ein starkes gemeinsames Ergebnis

Dank des Engagements aller Beteiligten – der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, der Helferinnen und Helfer, der Sponsoren und des Publikums – konnte ein Betrag von 13.470,72 Euro an die Fondation Kriibskrank Kanner überreicht werden.

Eine Summe, die zeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam handeln.


Keine Frage nach der Fortsetzung

Nach diesem Tag stellt sich kaum noch die Frage, ob es irgendwann eine zweite Ausgabe geben wird. Die Begeisterung, die Unterstützung und die emotionale Resonanz sprechen eine klare Sprache.

Wenn Sport Brücken bauen kann, wenn Engagement Gemeinschaft schafft und wenn Solidarität konkrete Hilfe bedeutet – dann ist es nicht nur eine schöne Idee, sondern eine Verantwortung, weiterzumachen.

Stadtbredimus hat an diesem Tag gezeigt, was möglich ist. Und vielleicht war dies erst der Anfang.


Artikel verfasst von Christiane Schmit