10 Jahre Ettelbrécker Bibliothéik: Pützmunter Lese-Show im CAPE

Lesungen in der Ettelbrécker Bibliothéik sind im Laufe ihres 10-jährigen Bestehens fast schon zur Routine geworden. Die am 8. Mai im nahen CAPE veranstaltete Pützmunter Lese-Show aber sprengte den bisher üblichen Rahmen – sowohl geographisch als auch inhaltlich. In der Tat hatte der eingeladene Autor und Wissenschaftsjournalist Jean Pütz „da mal was vorbereitet“...

Im bis auf den letzten Platz besetzten Foyer war die Spannung groß, als der schnauzbärtige, ehemalige Hobbythek-Moderator die Bühne betrat. Dem von seinem Assistenten Horst vorbereiteten Material – Luftballons, Metronome, Flaschen mit mehr oder weniger identifizierbarem Inhalt, Röhren, Glasglocken und dergleichen mehr – drehte der gebürtige Remicher aber vorerst den Rücken, um gemütlich mit seinem Publikum zu plaudern.

Ein unmotivierter Schüler sei er gewesen, bis er an der Handwierkerschoul, dem heutigen Lycée des Arts et Métiers sein Interesse an der Elektrizität entdeckt habe. Er sei Elektromechaniker geworden und habe im Eisenhüttenwerk Arbed-Belval gearbeitet. Dann habe er in Köln an der Ingenieurschule studiert und später das Abitur extern nachgeholt. Seinem Luxemburger Großvater Jean Mohr, Kunstmaler und Anstreicher, Kabarettist und Laienschauspieler sei er sehr ähnlich – eigentlich sei er „sein Klon“. Diesem „60 Jahre zu früh auf die Welt gekommenem“ Vorfahr hatte Jean Pütz ein Kapitel seiner Biographie gewidmet, das er nun seinen Assistenten bat vorzulesen.

Daraufhin begann Jean Pütz mit dem experimentellen Teil seiner Show. Mit verblüffend einfachen Mitteln erklärte er naturwissenschaftliche Gesetze als wären es Regeln eines simplen Gesellschaftsspiels. Seine Theorie der „Selbstorganisation des Weltalls“ veranschaulichte er mit fünf „kreuz und quer“ schlagenden Metronomen, die, als sie auf einer auf Rohren liegenden Unterlage standen, allmählich im gleichen Takt schlugen. Das Bernouillische Gesetz – je größer die Strömungsgeschwindigkeit der Luft, desto kleiner der Druck – verdeutlichte er mithilfe einer großen, länglichen Plastiktüte, die er mit einem einzigen Atemzug zur Hälfte aufzublasen vermochte. Andere Experimente hingegen waren recht spektakulär – sie hatten mit Energie oder Licht zu tun. Für einige seiner Versuche bat Jean Pütz sich Helfer aus dem Publikum, vor allem Kinder, auf die Bühne – als Belohnung gab es jeweils Schokoküsse.
Zwischendurch plauderte der Wissenschaftsjournalist immer wieder mit seinem Publikum, wie ein netter Opa: über seine Universitätsstudien, sein Privatleben und über aktuelle Themen. Wer noch mehr über Jean Pütz erfahren wollte, konnte sich nach dem Ende der Show das Buch „Ich hab’ da mal was vorbereitet“ kaufen... oder ganz einfach bei einem Glas Bier noch etwas mit ihm plaudern. ch.g.

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