Beckerich. Mit der Ausstellung „Sanfte Abgründe“ präsentiert die Millegalerie Arbeiten des Künstlers Joachim Van Der Vlugt, der traditionelle Maltechniken mit einer zeitgenössischen Bildsprache verbindet. Der ausgebildete Maler orientiert sich an großen Meistern der flämischen Kunst, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Vielmehr entwickelt er eine eigene Handschrift, die Präzision, Reduktion und atmosphärische Tiefe vereint. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Lasurtechnik: hauchdünne, transparente Farbschichten werden übereinandergelegt, bis sich nach und nach ein komplexes Bildgefüge entfaltet. Der Kunstschaffende arbeitet mit einer bewusst zurückgenommen Palette aus Braun, Beige, Grün und Blautönen. Seine Werke fordern Zeit und belohnen Geduld. Geometrische Formen verleihen den Kompositionen eine moderne Klarheit, während die malerische Oberfläche an historische Vorbilder erinnert. Thematisch widmet sich die Ausstellung dem Motiv der Wurzeln. Sie erscheinen als sichtbare Verästelungen unter der Erde, als Zeichen von Herkunft, Halt und Verwurzelung. Manche Bildräume öffnen sich zu angedeuteten Landschaften, die zwischen Realität und Erinnerung schweben. Die Werke sind eine Einladung zur Entschleunigung. Die Ausstellung setzt auf Konzentration, Stille und die Kraft des genauen Sehens. In einer Zeit der Beschleunigung wirkt diese Malerei fast wie ein Gegenentwurf- ruhig, poetisch und von bemerkenswerter Tiefe. Eine unvergleichliche Ausstellung, die man noch bis einschließlich Sonntag, den 17 Mai entdecken kann. Geöffnet ist die Millegalerie stets von donnerstags bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Geschlossen ist lediglich am Tag der Arbeit sowie am 14. Mai. (NiCa)