Der Hämmel fehlt, die Tradition bleibt

Der Hämmel fehlt, die Tradition bleibt

In Canach und Lenningen läutet die „Kanecher Musek“ mit dem traditionellen Hämmelsmarsch die Kirmes ein

Canach/Lenningen. „T’ass Kiermes am Duerf, an de Spillmann ass do …“ Wenn diese vertrauten Klänge durch die Straßen ziehen, dann wissen die Bewohner von Canach und Lenningen, dass die Kirmes bevorsteht. Auch in diesem Jahr machte sich die „Kanecher Musek“ an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden auf den Weg, um den traditionellen „Hämmelsmarsch“ zu spielen. Eine liebgewonnene Tradition, die selbst dann Bestand hat, wenn die Kirmes längst nicht mehr den Stellenwert vergangener Zeiten besitzt.

Fahrgeschäfte, Karussells und Imbissbuden sucht man bei der Dorfkirmes inzwischen vergeblich. Umso mehr rücken jene Bräuche in den Mittelpunkt, die das Gemeinschaftsleben prägen. Dazu gehört zweifellos der musikalische Umzug. Von Haus zu Haus ziehen die Musiker, werden freundlich empfangen und mit Spenden unterstützt. Fällt die Gabe besonders großzügig aus, gibt es als musikalische Zugabe den Walzer „T’ass Kiermes am Duerf“ oder einen kräftigen Tusch.

Auch die Geselligkeit kommt dabei nicht zu kurz. Nach dem Umzug gehören „Ham, Kuch an eng gudd Drëpp“ ebenso zur Kirmestradition wie das eine oder andere kühle Getränk. So zeigt sich in Canach und Lenningen, dass manche Bräuche allen Veränderungen zum Trotz Bestand haben. Solange die Musikgesellschaft durch die Straßen zieht, bleibt die Kirmes ein Stück gelebte Heimat – ganz ohne Hämmel, dafür mit umso mehr Marschmusik.

Romain Welter via mywort