Engagement, das wächst – wie die Reben am „Wéngertsbierg“

Engagement, das wächst – wie die Reben am „Wéngertsbierg“

„natur & ëmwelt Sektioun Lenneng-Kanech“, zieht positive Bilanz

Canach. Der 1994 gegründete Verein hielt seine Generalversammlung im Gewölbekeller „A Wëllems” ab. Präsident Carlo Entringer begrüßte zahlreiche Mitglieder, Bürgermeister Tim Karius, Schöffe Philippe Gengler, Gemeinderäte Martina Baden und Charles Welbes, Paule Wolff und Francisca Würth aus der Nachbarsektion Wormeldingen, Jil Baustert, Koordinatorin der Sektionen, und Joy Mentgen, Vorstandsmitglied der Sektion Kanton Grevenmacher und Vertreterin des Dachverbandes natur & ëmwelt. In seiner Ansprache ging der Vorsitzende auf die aktuelle Rodung von Weinbergen ein. Angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten im Weinbau werden Flächen aus der Produktion genommen – unterstützt durch staatliche Prämien. Auch die Sektion „Lenneng-Kanech“ reagierte: Von 66 Ar Rebfläche wurden 15 Ar fachgerecht gerodet. So entstand zusätzlicher Raum für das stark frequentierte „Chalet“, das für naturpädagogische Bildungsangebote genutzt wird.

Anschließend ließ Sekretärin Martine Entringer ein arbeitsreiches Jahr Revue passieren. Fachleute restaurierten eine Trockenmauer im Naturschutzgebiet. Ein Höhepunkt war das erste Bioweinfest zum 30-jährigen Jubiläum des Luxemburger Bioweins, dessen Ursprung in Canach liegt. Im „Kanecher Wéngertsbierg” wurden neue pilzwiderstandsfähige (PIWI) Rebsorten gepflanzt, Sturmschäden behoben und eine Bewässerungsanlage installiert. Bei der Lese halfen zahlreiche Freiwillige mit. Seit über 60 Jahren wachsen hier Pinot Blanc, Pinot Noir und der traditionsreiche „Kanecher Gotteszorn“-Elbling. Die lokale Sektion gilt als Pionierin des Bioweinbaus. Sie setzt konsequent auf den Erhalt einer vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft. Elf Schulklassen wurden in Zusammenarbeit mit dem Naturmuseum im Weinberg begrüßt. Die Kinder erleben dort die Natur hautnah – zwischen Trockenmauern, Reben und seltenen Pflanzen. Regelmäßige Führungen ergänzen das Angebot. Auch an der landesweiten Baumpflanz-Challenge beteiligte sich die Sektion engagiert. Kassierer Jacques Engel berichtete von soliden Finanzen und dankte der Gemeinde Lenningen für ihre Unterstützung. Kassenprüfer Gilles Beaume und Hao Wu bestätigten eine einwandfreie Buchführung, Vorstand und Schatzmeister wurden einstimmig entlastet. Für 2026 ist eine Fusion mit der Sektion Wormeldingen geplant, um Kräfte zu bündeln. Auf dem Programm stehen unter anderem die Teilnahme am Europatag, das zweite Bioweinfest am 28. Juni, eine Fotorallye im Weinberg sowie die Unterstützung des Summerfests und der Pilzwanderung in Wormeldingen. Bürgermeister Tim Karius würdigte das kontinuierliche Engagement und kündigte eine engere Zusammenarbeit sowie die Unterzeichnung des „Naturpakt Gemeng 2030“ an. Jil Baustert stellte ihre neue Koordinationsfunktion vor. Joy Mentgen lobte die vielfältigen Aktivitäten und wies auf das Projekt Vogelzählung und Nistkästen für Wildvögel schaffen hin. Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein Ehrenwein aus dem Canacher Bioweinberg – Sinnbild für ein Engagement, das weiterwächst wie die Reben am „Wéngertsbierg“.

Romain Welter via mywort