Ettelbrück. Anlässlich des Weltfrauentages organisierte der Club Soroptimist Diekirch eine „Table ronde“ in der École privée Sainte Anne in Ettelbrück zum Thema „starke Frauen“. Die Veranstaltung brachte beeindruckende Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, die über ihren Lebensweg, ihre Herausforderungen und ihre Erfolge berichteten.
An der Gesprächsrunde nahmen die Historikerin und Schriftstellerin Germaine Goetzinger, Lt. Col. Nadine Thinnes von der luxemburgischen Armée, Marylène Maillard-Wilk, Beamtin bei der Europäischen Investitionsbank (EIB), Malou Wilmes, ehemalige Lehrerin und freiwillige Helferin beim CHL, Katrin Kohl, paralympische Sportlerin und Gemeinderätin in Diekirch, sowie Nadine Rassel, Direktorin des Nordstad Lycée, teil. Durch die Runde führte Joëlle Letsch vom Conseil National des Femmes.
Unter den zahlreichen Zuhörern befanden sich sowohl Politikerinnen und Politiker als auch Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Diskussion bot einen offenen Einblick in die oft steinigen Wege, die Frauen gehen müssen, um ihre Ziele zu erreichen und ihren Traumberuf auszuüben.
Die Historikerin Germaine Goetzinger, Autorin des Buches „Aline Mayerisch - de St Hubert“, erinnerte an frühere Zeiten, in denen junge Mädchen häufig als Mägde ins Ausland geschickt wurden – ein Beispiel dafür, wie sehr sich die Rolle der Frau im Laufe der Geschichte verändert hat.
Nadine Rassel berichtete aus ihrem Alltag als Direktorin. Sie begleitet junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben, eröffnet Perspektiven und unterstützt besonders sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler. Dabei stellte sie fest, dass die mentale Gesundheit gerade bei jungen Frauen zunehmend ein wichtiges Thema ist – ein Bereich, in dem Schulen eine wichtige unterstützende Rolle spielen können.
Lt. Col. Nadine Thinnes sprach über den Anteil von Frauen in der luxemburgischen Armee und bezeichnete die zunehmende Mixität als große Bereicherung. Ihrer Meinung nach reagieren Frauen in Konfliktsituationen oft sensibler und versuchen, junge Rekruten auf den richtigen Weg zu bringen.
Marylène Maillard-Wilk, ursprünglich von den Kapverden, erzählte von ihrem persönlichen Werdegang. Sie ist dankbar, in Luxemburg leben und arbeiten zu dürfen. Ihr beruflicher Weg führte sie über das Europäische Parlament in Brüssel schließlich zur Europäischen Investitionsbank. Auch berichtete sie von ihren Erfahrungen im Privatsektor, wo sie als einzige Frau in einer männerdominierten Branche arbeitete und als dunkelhäutige Frau nicht selten mit diskriminierenden Bemerkungen konfrontiert wurde.
Nach ihrer Pensionierung suchte Malou Wilmes neue Kontakte und engagiert sich seither freiwillig im CHL. Dort empfängt und begleitet sie Patientinnen und Patienten. Mit ihrer offenen und freundlichen Art schafft sie Vertrauen und trägt dazu bei, dass sich Menschen im Krankenhaus willkommen fühlen.
Katrin Kohl, paralympische Sportlerin und Kommunalpolitikerin, sprach über ihre Erfahrungen als Frau im Leistungssport und möchte besonders für Sportlerinnen mit einer Beeinträchtigung ein Vorbild sein.
Das Fazit der Diskussionsrunde war klar: Auch heute ist es für Frauen nicht selbstverständlich, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen. In manchen Teilen der Welt – etwa auf den Kapverden – haben Frauen noch immer deutlich weniger Mitspracherecht. Umso wichtiger sei es, dass Frauen authentisch bleiben, realistisch ihre Ziele verfolgen, an ihre Träume glauben und den Mut haben zu kämpfen. Ebenso sollten sie sich nicht selbst im Weg stehen.
Nach dieser spannenden und inspirierenden Diskussion wurde eine Ausstellung mit Kunstwerken eröffnet, die ausschließlich von Frauen geschaffen wurden. Die Ausstellung mit Bildern, Skulpturen und Schmuck kann noch bis zum 15. März in der École Sainte Anne in Ettelbrück besichtigt werden.