Zusammenfließen der Kulturen
Viertes Fest der Nationen am Europatag
Canach. Am Europatag wurde der Platz vor dem Sport- und Kulturzentrum „A Wëllems“ erneut zur farbenfrohen Bühne gelebter Vielfalt. Bereits zum vierten Mal luden die Kommission für interkulturelles Zusammenleben, die Gemeinde Lenningen und die Elternvereinigung Canach/Lenningen zum „Fest der Nationen“ ein. Damit schufen sie einen Ort, an dem Begegnung nicht nur möglich, sondern selbstverständlich ist. Der Auftakt gehörte der Bewegung: Beim Europalauf wetteiferten Kinder verschiedener Altersklassen mit spürbarem Ehrgeiz, aber vor allem mit ansteckender Freude. Durch die abwechslungsreichen Spiele des Jugendhaus-Teams erlebten sie dabei ganz nebenbei, wie sich das sportliche Kräftemessen rasch zu einem spielerischen Miteinander entwickelte, bei dem Sprachbarrieren keine Rolle spielten. Freundschaften entstanden im Vorbeilaufen – leicht, ungezwungen und ganz selbstverständlich. Ein anschließender Kinder-Eltern-Staffellauf setzte ein weiteres Zeichen für Zusammenhalt und Teamgeist und sorgte für begeisterte Gesichter am Streckenrand.
Tommy Karius, der als Präsident der Elternvereinigung selbst mitgelaufen ist, zeigte sich hochzufrieden mit der Resonanz: 55 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien ein deutliches Zeichen für die Attraktivität des Formats. Entsprechend klar fiel sein Fazit aus: ein rundum gelungener Auftakt. Am Nachmittag rückte die kulinarische Vielfalt in den Mittelpunkt. Zehn liebevoll gestaltete Stände luden zu einer genussvollen Reise rund um den Globus ein. Mit viel Engagement und Kreativität präsentierten die teilnehmenden Nationen typische Street-Food-Spezialitäten. Diese kleinen Köstlichkeiten erfreuten nicht nur den Gaumen, sondern erzählten auch die Geschichten ihrer Herkunft. So wurden die Speisen zu Botschaftern kultureller Identität und machten Vielfalt im wahrsten Sinne des Wortes schmeckbar.
Bürgermeister Tim Karius hob in diesem Zusammenhang den Kern der Veranstaltung hervor: Es gehe darum, einen Ort zu schaffen, an dem Begegnungen ganz selbstverständlich entstehen und aus ersten Gesprächen echte Verbindungen wachsen können. Dass dieser Anspruch keine leere Formel war, zeigte sich an diesem Tag auf eindrucksvolle Weise. Menschen verschiedenster Herkunft fanden zusammen, kamen ins Gespräch und feierten gemeinsam – über geografische und kulturelle Grenzen hinweg, getragen vom europäischen Gedanken. Auch die Schöffen und die Gemeinderatsmitglieder zeigten sich beeindruckt vom Engagement der zahlreichen Beteiligten sowie von der herzlichen und offenen Atmosphäre. In einer Gemeinde, in der 50 Nationalitäten zusammenleben, wurde einmal mehr deutlich, welches Potenzial in dieser Vielfalt steckt. Das Fazit dieses Europatages fällt eindeutig aus: In Canach und Lenningen ist das interkulturelle Zusammenleben keine abstrakte Idee, sondern gelebter Alltag. Eine Realität, die bereichert, den Horizont erweitert und das Fundament für ein respektvolles, starkes Miteinander bildet.
Romain Welter via mywort