Ökologische Wegrandpflege in Bissen

In der Gemeinde Bissen wurden im Rahmen der letzten Kartierung im Jahr 2022 Wegränder auf einer Länge von 34 km begutachtet. Etwa ein Drittel dieser Wegränder (10 km) wurde als naturschutzrelevant eingestuft und botanisch erfasst. Dabei wurden einige sehr interessante Wegabschnitte dokumentiert, in denen unter anderem auch gefährdete Arten wie die Büschel-Nelke und die Karthäuser-Nelke vorkommen. Deshalb ist es umso wichtiger zur Erhaltung dieser Arten mit einer angepassten Pflege beizutragen.

Die Wegränder werden in Abstimmung mit dem technischen Dienst der Gemeinde und je nach Ausprägung der Vegetation unterschiedlich oft im Jahr gemäht: Artenreiche Abschnitte werden nur ein- bis zweimal pro Jahr gemäht, während bei artenärmeren Abschnitten ein häufigerer Schnitt erfolgt, um den Nährstoffentzug zu beschleunigen. Stark frequentierte Spazier- und Fahrradwege sowie schlecht einsehbare Wirtschaftswege werden aus Verkehrssicherungsgründen ggf. früher und häufiger gemäht. Für die ökologische Wegrandpflege verfügt SICONA über ein Spezialgerät, das mit einer Vorrichtung versehen ist, die Insekten und andere Kleintiere vor dem Schnitt aufscheucht. Die Einhaltung einer Mindest-Schnitthöhe von zehn Zentimetern während des Mähvorgangs dient ebenfalls dem Schutz der Kleintierfauna. Das Schnittgut wird im selben Arbeitsgang in den mitgeführten Sammelwagen geblasen und so von der Fläche entfernt. Einer Anreicherung von Nährstoffen im Oberboden und einer Verfilzung der Vegetationsnarbe wird so entgegengewirkt. Die Maßnahme ist im Rahmen des Naturpakts anrechenbar.


Blütenreiche Wegränder, in denen es vor Schmetterlingen, Wildbienen und anderen Insekten nur so summt und brummt werden in unserer Kulturlandschaft immer seltener. Das Naturschutzsyndikat SICONA führt deshalb seit vielen Jahren in seinen Mitgliedsgemeinden Kartierungen der naturschutzrelevanten Wegränder durch und gibt Empfehlungen, wie diese erhalten und gepflegt werden können. Alles in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der Unterstützung des Umweltministeriums.