Auf den Spuren des Naturlehrpfads Widdebierg

Auf den Spuren des Naturlehrpfads Widdebierg

Wo Stille spricht und Geschichte atmet

Flaxweiler. Unter dem Motto „Eeen Tour duerch d’Natur“ unternahm die Kommission Soziales und Senioren der Gemeinde Lenningen eine weitere Wanderung, die mehr als nur ein Spaziergang war. Es war eine Reise durch Landschaft, Zeit und die stillen Wunder der Natur. Zahlreiche Teilnehmer:innen folgten der Einladung und trafen sich um 9 Uhr auf dem Plateau bei Flaxweiler. Elisabeth Blum und Romain Blaeser führten die Gruppe mit spürbarer Leidenschaft durch einen Vormittag, der rasch seinen eigenen Rhythmus fand: ruhig, aufmerksam und verbunden mit der Umgebung. Auf einer Rundstrecke von 8 Kilometern entfaltete sich Schritt für Schritt die ganze Vielfalt dieses besonderen Ortes. Mit 389 Metern ist der Widdebierg einer der höchsten Punkte im Kanton Grevenmacher. Er erhebt sich als markanter Zeugenberg über das Syrtal. Er ist ein stiller Wächter mit weitem Blick und bewegter Vergangenheit. Aufgrund seiner auffälligen Bergform ist er das Wahrzeichen der gesamten Gegend.

Der Weg führte auf gut begehbaren Forstwegen durch mächtige Buchenwälder, deren Kronen das Licht sanft filterten, vorbei an leise plätschernden Quellen, über Holzstege und entlang historischer Steinbrüche. Immer wieder luden Bänke zum Innehalten ein. In diesen Momenten verstummten die Gespräche und die Natur übernahm das Wort. Mit geschärftem Blick entdeckten die Wanderer Spuren einer reichen Tier- und Pflanzenwelt, in der sogar die scheue Wildkatze lebt. Auch die Geschichte des Widdebiergs wurde lebendig: Spuren aus der Jungsteinzeit, keltische Kultstätten sowie ein gallo-römisches Heiligtum zeugen von einer jahrtausendealten Besiedlung. Die ehemaligen Sandsteinbrüche, in denen einst zahlreiche Pflastersteine produziert wurden, erzählen von der wirtschaftlichen Nutzung der Region. Sie zeugen von harter Arbeit und wirtschaftlicher Blüte. Heute sind diese Narben der Geschichte Teil einer einzigartigen Landschaft.

Das 414 Hektar große Schutzgebiet Widdebierg-Hierden ist Rückzugsort und Lebensader zugleich – für seltene Arten ebenso wie für das kostbare Trinkwasser, das im Sandstein gespeichert wird. Am Ende der Wanderung waren sich alle Teilnehmer einig: Der Naturlehrpfad Widdebierg verbindet auf beeindruckende Weise Natur, Geschichte und Erholung. Er bietet nicht nur Bewegung an der frischen Luft, sondern schärft auch den Blick für die Besonderheiten der heimischen Landschaft.

Romain Welter via mywort