42 Jahre „Léiffrawëschdag“ – ein wahres Volksfest
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42 Jahre „Léiffrawëschdag“ – ein wahres Volksfest
Gelebtes Brauchtum rund um den „Wësch“
Greiveldingen. Bei hochsommerlichen Temperaturen feierte Greiveldingen den „Léiffrawëschdag“ bereits zum 42. Mal. Der Verein „Greiweldenger Leit asbl.“ verbindet dabei gelebtes Brauchtum mit regionaler Kultur und geselligem Miteinander. Was 1985 von engagierten Dorfbewohnern um den langjährigen Präsidenten Fernand Kieffer als Wiederbelebung eines weitgehend vergessenen kirchlichen Brauchs begann, ist heute aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Den Mittelpunkt des Geschehens bildete abermals der „Wësch“, ein traditioneller Kräuterstrauß, der aus 30 verschiedenen Kräutern, Gemüse- und Getreidearten besteht, wie Küster Erny Konsbrück erläuterte. Pfarrer Gregor Granzka segnete die 80 kunstvoll gebundenen Sträuße, die anschließend für einen guten Zweck verkauft wurden. Nach altem Volksglauben sollten sie Haus und Hof vor Krankheit, Unwetter und anderem Unheil schützen. Der sagenumwobene „Kropemann“– eine düstere Gestalt mit Bart, zerfetzten Kleidern und Algenbewuchs – war ein begehrtes Fotomotiv.
Zur Eucharistiefeier versammelten sich zahlreiche Gläubige, Politiker, Vereinsmitglieder sowie die Wein- und „Geenzekinnigin“ mit ihren Ehrendamen. Anschließend wurde vor der Kirche das gesegnete Brot von der Abgeordneten Octavie Modert angeschnitten. Unter der Schirmherrschaft der Domaines Vinsmoselle und der Gemeinde Stadtbredimus begann dann die traditionelle Weinverkostung, die bereits zum 65. Mal stattfand. Ministerin Martine Hansen schenkte die ersten Gläser aus. Danach wurden Brot und Wein an die Anwesenden verteilt – ein schlichter Brauch mit großer Symbolkraft.
Doch der „Krautwëschdag“ in Greiveldingen ist heute viel mehr als nur ein kirchlicher Feiertag. Als Publikumsmagneten fungierten ein großer Handwerker- und Produzentenmarkt, ein Traktorentreffen, Schmiedekunst und ein Kinderprogramm. Für Gaumenfreuden sorgten Spezialitäten der regionalen Feinschmeckerküche und edle Weine aus den besten Weinbergen von Greiveldingen und Umgebung. Im Haus „An Zammer“ waren Werke und Skulpturen von Carmen Dieschbourg und Berny Braun zu sehen. Auch musikalisch wurde einiges geboten: Die „Strëppefestler“ eröffneten das Programm, „Wata Touille“ lud zum Tanz und das „TRIO Mélange“ sorgte „Op der Baach“ für beste Stimmung. Mit „De Wësch brennt” und DJ Jay-C klang der Festtag schließlich ausgelassen aus. Der „Léiffrawëschdag“ hat eindrucksvoll gezeigt, wie Brauchtum lebendig bleibt – vor allem dank des Engagements der Dorfgemeinschaft.
Romain Welter via mywort