Natur, die guttut
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Natur, die guttut
Septemberwanderung von Lenningen ins Winzerdorf Greiveldingen
Lenningen. Manchmal braucht es keinen großen Ausflug, um einen schönen Vormittag zu erleben. Ein abwechslungsreicher Weg, nette Gesellschaft und eine Landschaft, die immer wieder Neues zu bieten hat, reichen völlig aus. Genau das erlebten die Teilnehmer:innen der Septemberwanderung der Kommission für Soziales und Senioren der Gemeinde Lenningen, die unter dem Motto „Een Tour duerch d’Natur“ stand. Bei spätsommerlichen Temperaturen und warmem Septemberlicht startete die Gruppe pünktlich um 9 Uhr in Lenningen. Unter der Leitung von Elisabeth Blum und Romain Blaeser führte die Tour über Waldwege und Höhen in Richtung Greiveldingen – durch eine Landschaft, in der Natur, Weinbau und Geschichte eng miteinander verbunden sind.
Je näher die Wanderer dem Winzerdorf kamen, desto stärker prägten Weinberge das Landschaftsbild. Der Weinbau hat hier eine jahrhundertealte Tradition. Im Jahr 1824 wurden dort fast 20 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Namen wie „Hütte”, „Dieffert”, „Primerberg”, „Fels”, „Herrenberg”, „Wengertsberg” und „Uet” zeugen noch heute von dieser langen Weingeschichte. In den besten Lagen hatte die Traubenlese bereits begonnen. Zwischen Rebstöcken und historischen Trockenmauern konnte so mancher Wanderer der Versuchung nicht widerstehen und prüfte die Qualität des neuen Jahrgangs kurzerhand selbst.
Die Landschaft hatte jedoch noch viel mehr zu erzählen als nur vom Weinbau. Am „Hespelsberg” zeugen die ehemaligen Kalköfen von einem Handwerk, das einst eine wichtige Rolle im Dorfleben spielte. Hier arbeiteten die Brüder Johann und Nicolas Müller, die als die letzten Kalkbrenner Greiveldingens galten. Der gebrannte Kalk wurde zum Bauen und Anstreichen verwendet, aber auch in der Landwirtschaft zur Bodenverbesserung eingesetzt. Ein Lebensturm am Weg richtete anschließend den Blick auf ein ganz anderes Thema: die Artenvielfalt. Er bietet Insekten und anderen Kleintieren Unterschlupf und macht anschaulich, wie wichtig naturnahe Strukturen für den Erhalt der Biodiversität sind.
Bei aller Geschichte und Naturkunde stand an diesem Vormittag das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt. Es wurde erzählt, gelacht, fotografiert und immer wieder inne gehalten, um die schöne Landschaft zu genießen. Ein herzliches Dankeschön gilt dem Organisationsteam für die gelungene und abwechslungsreiche Tour. Die Wanderung hat einmal mehr bewiesen, dass sich die schönsten Wege oft direkt vor der eigenen Haustür befinden.
Romain Welter via mywort